Stabilitätsbericht 2026: Niedersachsen hält erneut die Regeln des Stabilitätsrates und Vorgaben der Schuldenbremse ein

 

Die Niedersächsische Landesregierung hat am Dienstag,  22. 09. 2026 den Stabilitätsbericht 2026 beschlossen.

Dieser bildet die Grundlage für die jährlichen Beratungen des Stabilitätsrates über die Haushaltslage des Bundes und der Länder. Erneut ist keine der Kennziffern nach den Regeln des Stabilitätsrates auffällig. Auch die Ergebnisse der Projektion der Haushaltsentwicklung sind unauffällig.

 

Der Stabilitätsrat wird auf dieser Grundlage am Jahresende wieder feststellen, dass in Niedersachsen keine Haushaltsnotlage droht und bezüglich der Schuldenbremse keine Auffälligkeit vorliegt. Der aktuelle Stabilitätsbericht berücksichtigt die Jahresabschlüsse 2024 und 2025, den Haushaltsplan 2026 sowie die Beschlüsse der Landesregierung zum Haushaltsplanentwurf 2027/2028 und zur Mittelfristigen Planung (Mipla) 2026 bis 2030.

 

Der Niedersächsische Finanzminister Gerald Heere: „Wir investieren in Niedersachsen in zentrale Zukunftsfelder. Gleichzeitig spiegelt sich unser solider und mit der Schuldenbremse konformer Haushalt in den Ergebnissen des aktuellen Stabilitätsberichtes wider: keine der Kennziffern ist auffällig. Im Ländervergleich stehen wir trotz der unbestrittenen Herausforderungen ordentlich da.“

 

Hintergrund:

Der Stabilitätsbericht bildet die Grundlage für die jährlichen Beratungen des Stabilitätsrates über die Haushaltslage des Bundes und der Länder. Der Stabilitätsrat ist ein Bund-Länder-Gremium, das neben der Überwachung der Haushaltsentwicklung von Bund und Ländern seit 2020 auch die Einhaltung der Schuldenbremse überwacht. Die Haushaltsüberwachung erfolgt anhand einheitlich definierter Kennziffern zur aktuellen Haushaltslage und zur Finanzplanung. Es handelt sich hierbei um die Kennziffern „Finanzierungssaldo (in Abgrenzung des Stabilitätsrates) je Einwohner“, „Kreditfinanzierungsquote“, „Zins-Steuer-Quote“ sowie „Schuldenstand je Einwohner“. Für jede Kennziffer gibt es einen Schwellenwert. Für Niedersachsen ist für den aktuellen Beobachtungszeitraum keine der Kennziffern auffällig.

Die Überwachung der Einhaltung der Schuldenbremse beruht auf zwei Komponenten. Die erste Komponente beinhaltet eine Darlegung anhand der bundes- bzw. jeweiligen landesrechtlichen Schuldenbremse. Der Stabilitätsrat nimmt hier zur Kenntnis, ob der Bund und die Länder die Schuldenbremse nach der bundes- bzw. jeweiligen landesrechtlichen Regelung einhalten. Die zweite Komponente umfasst die Ergebnisse des Bundes und jedes Landes, die nach einem harmonisierten und an den europäischen Vorgaben und Verfahren orientierten Analysesystem ermittelt werden. Dieses Analysesystem ist von den länder- beziehungsweise bundesrechtlichen Ausgestaltungen der Schuldenbremse unabhängig. Die Überwachung der Einhaltung der Schuldenbremse erfolgt bei beiden Komponenten für das jeweils abgelaufene, das aktuelle und das darauffolgende Jahr. Beide Komponenten zeigen keine Auffälligkeit für Niedersachsen.

Ute Micha, PreDiNo / Sigrid Lappe, HaWo




IG Metall NDS-LSA: ZF-Standorte in Hannover, Langenhagen, Jeversen und Gronau bis 2030 gesichert

Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen und Perspektiven für Beschäftigte vereinbart


Nach sieben Monaten intensiver Verhandlungen haben Betriebsrat, IG Metall und Arbeitgeber bei ZF einen Durchbruch erzielt. Unternehmen und Arbeitnehmervertretung haben ein Eckpunktepapier zur Verlängerung des Zielbilds bis 2030 unterzeichnet. Damit liegt nun die Grundlage für eine Vereinbarung vor, die den vier Standorten Hannover, Langenhagen, Jeversen und Gronau bis Ende 2030 eine verbindliche Perspektive gibt.

Der Einigung war eine monatelange Auseinandersetzung vorausgegangen.


Das Eckpunktepapier verbindet Standortsicherheit mit konkreten Zusagen für Beschäftigung, Produkte und Investitionen. Vorgesehen ist die Sicherung des Verbundstandortes Hannover, Langenhagen, Jeversen und Gronau bis zum 31. Dezember 2030. Zugleich werden Kernkompetenzen, Produktneuanläufe und Produktlinien verbindlich festgeschrieben, um Auslastung, Weiterentwicklung und Investitionen an den Standorten abzusichern.

Hannover bleibt Leitfabrik im ZF-Konzern für Brems- und Fahrzeugregelsystem-Produkte. Auch für die Beschäftigten enthält die Vereinbarung konkrete Zusagen. Betriebsbedingte Kündigungen werden bis Ende 2028 ausgeschlossen. Nach einem Prüfschritt im Sommer 2028 soll dieser Ausschluss bis Ende 2030 verlängert werden, und die Leiharbeit wird auf  36 Monate begrenzt.


Die Vereinbarung ist auch mit Beiträgen der Beschäftigten verbunden. So wird die Zahl der Arbeitszeitverkürzungstage (AZVK) von bisher 12,5 auf 12 Tage pro Jahr reduziert. Gleichzeitig wird das bereits mit dem Zielbild 2022 eingeführte Transformationskonto fortgeführt. Über dieses Zeitkonto im Umfang einer Arbeitswoche kann der Arbeitgeber bei geringerer Auslastung verfügen.


Mit der Unterzeichnung des Eckpunktepapiers ist der Verhandlungsprozess noch nicht abgeschlossen. In den kommenden Wochen werden die vereinbarten Eckpunkte in ein vollständiges Zielbild 2030 überführt. Entscheidend wird dabei sein, die nun getroffenen Zusagen zu Standorten, Produkten, Beschäftigung und Investitionen entsprechend verbindlich auszugestalten.

 Ute Micha, PreDiNo / Sigrid Lappe, HaWo






von Sigrid Lappe • 26. September 2026
Forderung der ÄKN: Kein Angriff auf die ärztliche Schweigepflicht Verfassungsschutz und Bundesnachrichtendienst sollen nach Willen der Bundesregierung mehr Befugnisse erhalten. Auch Arzt-Patientengespräche in Praxen oder Kliniken dürften dann unter bestimmten Voraussetzungen abgehört werden. Die Ärztekammer Niedersachsen sieht hierin eine massive Bedrohung für das Vertrauensverhältnis und lehnt die Pläne entschieden ab. Angesichts wachsender hybrider Bedrohungen für Staat und Gemeinwesen will die Bundesregierung das Nachrichtendienstrecht reformieren. Der Gesetzentwurf war am 24. September in erster Lesung Thema im Bundestag. Im Kern sieht die Gesetzesnovelle vor, die Befugnisse von Bundesnachrichtendienst und Verfassungsschutz zu erweitern. So soll es erlaubt sein, Geschäftsräume heimlich zu betreten und nichtöffentliche Gespräche abzuhören oder aufzuzeichnen. Vor diesen Maßnahmen geschützt sein sollen künftig nur andere zeugnisverweigerungsberechtigte Berufe wie Seelsorger, Verteidiger, Rechtsanwälte und Abgeordnete. Nicht mehr schützen will der Entwurf das Vertrauensverhältnis zwischen behandelnden Ärztinnen und Ärzten und ihren Patientinnen und Patienten. Darin sieht die Kammerversammlung der Ärztekammer Niedersachsen (ÄKN) eine massive Gefährdung der für eine ärztliche Behandlung unabdingbaren Vertraulichkeit. Die Mitglieder des niedersächsischen Ärzteparlaments forderten in einer am 23. September in ihrer Herbstsitzung einstimmig beschlossenen Resolution den Gesetzgeber auf, das Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient vor nachrichtendienstlicher Auswertung zu schützen.
von Sigrid Lappe • 21. September 2026
Europa vor der Haustür: Region Hannover wird offizielle EU-Botschafterin Plakette „Europa fängt in der Gemeinde an“ verliehen Europa ist kein fernes Brüssel – Europa passiert direkt bei uns. Das unterstreicht die Region Hannover jetzt mit einer besonderen Auszeichnung: Die EU-Kommission hat ihr die Plakette als Mitgliedskommune im Netzwerk „Europa fängt in der Gemeinde an“ verliehen. Das Schild haben Cordula Drautz, Dezernentin für EU-Angelegenheiten, Andreas Listing, Leiter der Stabsstelle EU-Angelegenheiten, und Ernesto Nebot Pomar, EU-Botschafter der Region, gemeinsam vor den politischen Sitzungsräumen angebracht. „Europa ist kein abstraktes Projekt, sondern betrifft uns alle – direkt und konkret“, sagt Cordula Drautz. „Ein ganz praktisches Beispiel ist die Zusammenarbeit im Partenalia-Netzwerk, das 17 Landkreise aus Spanien, Frankreich, Italien und Rumänien verbindet”, so Drautz weiter. Bei einem Austausch Ende Oktober mit der Provinz Valencia, die geographisch mit der Region vergleichbar ist, werden sich Expert*innen aus Hannover und Valencia über die Themen Bekämpfung von Starkregenereignissen und Vegetationsbränden in schwierigem Gelände sowie über das Management von spontanen Helfer*innen bei Großschadensereignissen austauschen, um voneinander und den jeweiligen Erfahrungen zu lernen. „Das Beispiel zeigt, wie sehr der europäische Gedanke das Leben von jeder Einwohnerin und jedem Einwohner berührt“, so Drautz.
von Sigrid Lappe • 18. September 2026
Gewerbeflächenmonitoring 2025: Leichte Erholung in Sicht Marktlage bleibt weiterhin angespannt Angebot ist leicht gestiegen Das Gewerbeflächenangebot in der Region Hannover ist im zweiten Jahr in Folge gestiegen – von 651 Hektar im Jahr 2024 auf 682 ha in 2025. In den letzten zehn Jahren ist das Gesamtangebot jedoch um 20 Prozent gesunken. Das zeigt das aktuelle Gewerbeflächenmonitoring der Region Hannover. Aktuelles Flächenangebot: Unterschiedliche Vermarktungsreife Von den insgesamt 682 ha Gewerbeflächen sind: 75 ha sofort vermarktbar: erschlossene Flächen im kommunalen Eigentum mit rechtskräftigem Bebauungsplan (B-Plan). 143 ha später vermarktbar: Flächen mit B-Plan, die jedoch noch nicht erschlossen sind oder sich in Privatbesitz befinden. 463 ha F-Plan-Flächen: Flächen ohne rechtskräftigen B-Plan, die erst noch entwickelt werden müssen. Wirtschaftsdezernent Ulf-Birger Franz: „Das Gesamtangebot an Gewerbeflächen ist in der Region Hannover bereits im zweiten Jahr in Folge gestiegen. Das ist eine besonders gute Nachricht, die zeigt, dass es auch in herausfordernden Zeiten gelingen kann, neue Flächenangebote zu schaffen und auf den Markt zu bringen. Dabei ist auch erfreulich, dass Gewerbeflächen im Bestand reaktiviert werden konnten und nicht nur auf der „grünen Wiese“ gebaut wird.“ Umsatz erholt sich – bleibt aber unter Durchschnitt Der Gewerbeflächenumsatz hat sich von 19,4 Hektar (2024) auf 29,6 Hektar (2025) erholt. Dennoch liegt dieser Wert deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt von 59,1 ha und ist der zweitniedrigste seit Beginn der Datenerfassung im Jahr 1992. Mit nur 41 Verkaufsfällen in 2025 wurde zudem die zweitgeringste Anzahl an Transaktionen verzeichnet. Trotz der Erholungstendenzen spiegelt die Entwicklung das knapper werdende Flächenangebot in der letzten Dekade und das weiterhin konjunkturell wie auch geopolitisch herausfordernde Marktumfeld wider. Preise sinken deutlich – besonders in Hannover und Umland Nach den Rekordpreisen des Vorjahres haben sich die Gewerbeflächenpreise in der Landeshauptstadt Hannover und ihrem direkten Umland deutlich erholt: Landeshauptstadt Hannover: von 334 €/m² (2024) auf 187 €/m² (2025). Direktes Umland: von 200 €/m² (2024) auf 100 €/m² (2025). In der äußeren Region blieben die Preise mit 81 €/m² nahezu unverändert. Nachfrage nach Gewerbegrundstücken: Logistik und Industrie führen Die meisten Anfragen nach Gewerbegrundstücken kommen aus folgenden Branchen: 1. Logistik, Spedition und Fuhrunternehmen: 11 Prozent 2. Industrie und verarbeitendes Gewerbe: 10 Prozent 3. Hotels, Gastronomie und Vergnügungsstätten: 9 Prozent 4. Unternehmensnahe Dienstleistungen: 9 Prozent 5. Handwerk, (KFZ-)Werkstätten und Tankstellen: 8 Prozent Alexander Skubowius, Fachbereichsleiter Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung Region Hannover: „Bei der Auswertung der Flächenanfragen nach Nutzungsgruppen sehen wir eine unverändert hohe Nachfrage von Seiten der Industrie, des verarbeitenden Gewerbes und des Handwerks. Das ist ein klares Zeichen dafür, wie wichtig die Schaffung von Flächenangeboten für diese Nachfragegruppen ist. Insbesondere für das verarbeitende Gewerbe und das Handwerk brauchen wir Erweiterungsmöglichkeiten am Standort und attraktive Flächenangebote innerhalb der Region.“ Das Gewerbeflächenmonitoring der Region Hannover wird jährlich durchgeführt und analysiert das Angebot, die Nachfrage und die Preisentwicklung von Gewerbeflächen in der Region.
von Sigrid Lappe • 18. September 2026
Länder setzen sich für Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft der Automobilindustrie ein Ziehen alle an einem Strang: Mit einem gemeinsamen Papier unter dem Titel „Entschlossen handeln, fairen Wettbewerb sichern, Strukturbrüche vermeiden“ setzen sich die drei Länder Niedersachsen, Bayern und Baden-Württemberg bei der EU und dem Bund dafür ein, dass die Wettbewerbsfähigkeit und die Innovationskraft der Automobilindustrie erhalten bleibt. Nur so könnten industrielle Wertschöpfung und Beschäftigung dauerhaft gesichert werden. Denn ohne das Zusammenspiel aus einem wettbewerbsfähigen Heimatmarkt, wirksamen Schutzinstrumenten und fairen, WTO-konformen Handel drohen der Automobilwirtschaft nachhaltige und möglicherweise irreversible Schäden. Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies : „Die Elektromobilität bleibt die zentrale Zukunftstechnologie in der Automobilwirtschaft. Gleichzeitig sehen wir, dass die Transformation der Branche mehr Zeit in Anspruch nimmt als ursprünglich erwartet. Deshalb brauchen Unternehmen und Beschäftigte auf dem Weg zur Klimaneutralität verlässliche und flexible Übergangslösungen. Entscheidend für den Erfolg der Elektromobilität ist ihre Alltagstauglichkeit: Die Energiepreise müssen runter. Der Ladepreis muss durch eine niedrige Stromsteuer auf ein Mindestmaß gesenkt werden, um die E-Mobilität im Alltag bezahlbar zu machen. Wir müssen es schaffen, dass die Netzentgelte mit Mitteln aus dem Bundeshaushalt maßgeblich gesenkt werden und wir brauchen den weiterhin konsequenten, flächendeckenden Ausbau der Ladeinfrastruktur, damit Elektromobilität in den Städten und auf dem Land gleichsam attraktiv ist. Und: Eine leistungsfähige und ökologisch nachhaltige Batterietechnologie ist für die Mobilität der Zukunft und damit den Wirtschaftsstandort Deutschland zentral, denn ohne sie fehlen die Grundlagen für neue Wertschöpfungsketten, den Erhalt von Arbeitsplätzen und eine auch künftig starke Automobilindustrie. Darüber hinaus sollte die Förderung der Bundesregierung künftig auch gebrauchte Elektrofahrzeuge stärker in den Blick nehmen, um Elektromobilität für noch mehr Menschen attraktiv und erschwinglich zu machen.“ Bayerns Ministerpräsident Markus Söder : „Deutschland ist Autoland und soll es bleiben. Das Auto ist die Leitindustrie unserer drei Bundesländer und vereint Innovation und Ideenkraft. Allein in Bayern macht die Branche jährlich 180 Mrd. Euro Umsatz. Gemeinsam wollen wir unsere Schlüsseltechnologie im harten internationalen Wettbewerb nachhaltig stärken, anstatt sie wie die EU selbstverschuldet weiter zu schwächen. Deshalb unser dringender Appell an Brüssel: Vorfahrt für Technologieoffenheit und Nein zu Verboten. Es braucht endlich das echte Aus vom starren Verbrenner-Aus, die umfangreiche Reform der CO2-Flottengrenzwerte und die Verhinderung von Strafzahlungen auf EU-Ebene sowie den massiven Abbau von Bürokratie. Neben dem Ausbau der Elektromobilität hat auch der Hightech-Verbrenner eine Zukunft. Deutschland und ganz Europa brauchen das Auto. Es wäre ein schwerer Fehler, unser Knowhow dem Ausland zu überlassen. Insgesamt müssen wir noch viel mehr auf Innovation und Hightech setzen, denn darin liegen in der Zukunft Wohlstand und Arbeitsplätze.“ Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir : „Europa muss vom Regulierungskontinent zum Innovationskontinent werden. Das ist die Botschaft, die wir gemeinsam nach Brüssel senden. Wir brauchen weniger Bürokratie und mehr Investitionen in Batterien, Halbleiter und die eigenen Schlüsseltechnologien. Die EU muss unsere Industrie noch stärker als bisher vor unfairem Wettbewerb schützen, statt tatenlos zuzusehen, wie hochsubventionierte Importe unsere heimische Wertschöpfung verdrängen. Um wieder Fairness in den internationalen Wettbewerb zu bringen, sollten wir in Europa strategische Schutzinstrumente stärker nutzen, ohne uns dabei abzuschotten. Dafür braucht es eine starke europäische Industriepolitik. Wir wollen Autos nicht nur fahren, sondern auch hier in Deutschland bauen.“
von Sigrid Lappe • 9. September 2026
30.000 Euro für Engagement für mehr Tierschutz Vorschläge bis 01. Dezember 2026 einreichen Mit einem Preisgeld in Höhe von insgesamt 30.000 Euro zeichnet das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz Personen oder Institutionen aus, die sich in Niedersachsen besonders stark für den Tierschutz einsetzen. Die Ehrung ist in diesem Jahr nicht auf ein bestimmtes Tätigkeitsfeld oder eine bestimmte Tierart beschränkt. Vorschläge für den Tierschutzpreis können bis zum 01. Dezember 2026 eingereicht werden. Tierschutzministerin Miriam Staudte: "Auch 2027 möchte ich mit dem Niedersächsischen Tierschutzpreis Menschen auszeichnen, die sich in besonderem Maß für den Tierschutz engagieren. Der Preis ist ein Dank und ein Zeichen unserer Anerkennung für dieses wichtige Engagement. Jede Tierart hat besondere Bedürfnisse, denen wir gerecht werden müssen. Das ist nicht immer einfach – etwa, wenn sich Tierhalterinnen und Tierhalter der Verantwortung für ein Tier nicht ausreichend bewusst sind, steigende Kosten die Versorgung erschweren oder in landwirtschaftlichen Betrieben die Wirtschaftlichkeit berücksichtigt werden muss.“ Einzelpersonen, Tierschutzvereine, Nichtregierungsorganisationen (NGO), Stiftungen, Einrichtungen aus Forschung und Lehre sowie alle anderen Akteure, die sich besonders für den Tierschutz einsetzen, können sich bewerben oder vorgeschlagen werden. Ministerin Miriam Staudte weiter: „Engagieren Sie sich in besonderer Art und Weise in der Tierschutzbildung oder setzen Sie sich dafür ein, dass landwirtschaftliche Nutztiere nach Standards, die über die gesetzlichen Vorgaben hinausgehen, gehalten werden? Haben Sie zum Beispiel eine App programmiert, über die wichtige Informationen zu Tieren abrufbar sind, oder ein Fachbuch geschrieben, das sich dem Schutz unserer Tiere widmet? Verfassen und verbreiten Sie Berichte, die auf systematische Probleme in der Tierhaltung, beim Transport oder bei der Schlachtung hinweisen? Auch technische Entwicklungen, die den Tierschutz in Betrieben verbessern oder zusätzliche Kontrollmöglichkeiten schaffen, können einen wichtigen Beitrag leisten. Wenn Sie sich in besonderer Weise für den Tierschutz einsetzen oder jemanden kennen, auf den dies zutrifft, bewerben Sie sich oder schlagen Sie uns diese Person oder Institution für den Niedersächsischen Tierschutzpreis vor!“
von Sigrid Lappe • 7. September 2026
VW-Werk Osnabrück soll an Finanzinvestor Aurelius und das Land Niedersachsen verkauft werden Volkswagen will sein Werk in Osnabrück an Finanzinvestor Aurelius und das Land Niedersachsen verkaufen. Das Werk in Osnabrück soll schrittweise in ein Kompetenzzentrum für Sicherheit und Verteidigung umgebaut werden, teilte der Autobauer heute Vormittag mit. Für einen Großteil der Beschäftigten wäre damit ihre Zukunft gesichert. Und nach Angaben von VW-Betriebsratschefin Daniela Cavallo können dann mehr als 1 200 Beschäftigte in Osnabrück ihrer Arbeit nachgehen. Für die übrigen Mitarbeiter wird noch nach einer Lösung gesucht. Aurelius Capital ist eine Investmentgesellschaft mit Hauptsitz in Tel Aviv. Die Investmentgesellschaft ist spezialisiert auf Beteiligungen in den Bereichen Verteidigung, Cybersicherheit, Künstliche Intelligenz und kritische Infrastruktur. Der Investor soll künftig die Mehrheit an der Volkswagen Osnabrück GmbH halten, das Land Niedersachen eine Minderheit. In dem Werk Osnabrück sollen künftig unter anderem Systeme und Komponenten für die Luftverteidigung entwickelt und produziert werden. Und als erstes großes Projekt ist eine Zusammenarbeit mit dem israelischen Rüstungskonzern Rafael geplant. Rafael ist vor allem als Hersteller des Raketenabwehrsystems "Iron Dome" bekannt. Rafael-Chef Joav Tourgeman erklärte, Ziel sei es, die Technologie zum Schutz Deutschlands und Europas vollständig in Deutschland zu produzieren. Im Jahr 2027 endet dann im Werk Osnabrück die Autoproduktion. Der Verkauf fällt allerdings in den tiefergreifenden Umbau bei Volkswagen. Der Konzern hatte Ende 2024 bereits beschlossen, die Fahrzeugproduktion in Osnabrück im Sommer 2027 auslaufen zu lassen. Die Porsche-Fertigung endete bereits 2025, aktuell wird dort nur noch das T-Roc-Cabrio gebaut. Der Traditionsstandort steht vor einem radikalen Wandel. Das Werk geht auf den Karosseriebauer Karmann zurück, der unter anderem den Karman-Ghia und das Käfer-Cabriolet fertigte. Nach der Insolvenz von Karmann 2009 übernahm Volkswagen große Teile des Werkes.
von Sigrid Lappe • 27. Juli 2026
Elf Bewerberinnen und Bewerber für die Regionspräsidentschaft 831 Personen kandidieren für die Regionsversammlung Elf Personen treten bei der Kommunalwahl am 13. September 2026 für das Amt der Regionspräsidentin bzw. des Regionspräsidenten an. Um die 84 Mandate in der Regionsversammlung bewerben sich insgesamt 831 Kandidatinnen und Kandidaten. Das ist das Ergebnis der Sitzung des Regionswahlausschusses, der am Montag, 27. Juli, unter Vorsitz von Regionswahlleiter Jens Palandt über die Zulassung der eingereichten Wahlvorschläge entschieden hat. Die Region Hannover ist für die Wahl der Regionsversammlung in 13 Wahlbereiche gegliedert. Für die Wahl der Regionspräsidentin bzw. des -präsidenten sind zugelassen: Eva Bender, Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) Dr. Oliver Junk, Christlich Demokratische Union Deutschlands in Niedersachsen (CDU) Sinja Münzberg, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN (GRÜNE) Robert Reinhardt-Klein, Freie Demokratische Partei (FDP) Nicolas Lehrke, Alternative für Deutschland – Niedersachsen (AfD Niedersachsen) Mizgin Çiftçi, Die Linke (Die Linke) Thomas Ganskow, Piratenpartei Niedersachsen (PIRATEN) Jonas Walther, DIE HANNOVERANER – unabhängige Wählergemeinschaft (DIE HANNOVERANER) Erik Breves, Volt Deutschland (Volt) Elizabeth Hartmann, Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative (Die PARTEI) Oliver Wempe, FREIE WÄHLER Niedersachsen (FREIE WÄHLER) Erhält am 13. September keine Kandidatin bzw. kein Kandidat mehr als die Hälfte der gültigen Stimmen, findet am 27. September eine Stichwahl zwischen den beiden Bewerberinnen oder Bewerbern mit den meisten Stimmen statt. 831 Bewerberinnen und Bewerber für die Regionsversammlung Für die Wahl der Regionsversammlung hat der Wahlausschuss 179 Listenwahlvorschläge von 17 Parteien und Wählergruppen zugelassen. In allen 13 Wahlbereichen treten SPD, CDU, GRÜNE, FDP, AfD Niedersachsen, Die Linke, Tierschutzpartei, PIRATEN, DIE HANNOVERANER, Volt, Die PARTEI, FREIE WÄHLER und BSW Niedersachsen an. Darüber hinaus kandidiert UWR Hannover in sieben Wahlbereichen. DAVA-Niedersachsen, Die Urbane und PAKT+ treten jeweils in einem Wahlbereich an. Insgesamt hat der Wahlausschuss 831 Bewerberinnen und Bewerber um die 84 Mandate in der Regionsversammlung zugelassen. Die direkt gewählte Regionspräsidentin bzw. der direkt gewählte Regionspräsident gehört der Regionsversammlung zusätzlich als stimmberechtigtes Mitglied an. Alle Informationen zur Kommunalwahl in der Region Hannover sind unter www.wahlen-hannover.de abrufbar. Dort werden in Kürze auch die vollständigen Wahlvorschläge mit allen Kandidierenden sowie die Musterstimmzettel veröffentlicht. Fast 900.000 Menschen in der Region dürfen wählen Nach Stand vom 31. März 2026 leben in der Region Hannover rund 893.500 potenziell Wahlberechtigte. Die endgültige Zahl steht erst am Wahltag fest, da sich unter anderem durch Umzüge noch Veränderungen ergeben können. Wahlberechtigt sind neben deutschen Staatsangehörigen auch Einwohnerinnen und Einwohner der Region mit einer Staatsbürgerschaft anderer Länder der Europäischen Union. Rund 52.500 potenziell Wahlberechtigte in der Region besitzen die Staatsangehörigkeit eines anderen EU-Mitgliedstaates. Anders als bei Bundestags- und Landtagswahlen ist das Wahlalter bei Kommunalwahlen zudem niedriger: Hier dürfen bereits 16-Jährige ihre Stimme abgeben. Rund 53.500 Menschen im Alter von 16 bis 20 Jahren können 2026 voraussichtlich erstmals an einer Kommunalwahl teilnehmen. Das entspricht etwa sechs Prozent der potenziell Wahlberechtigten. Für die Wahl der Regionspräsidentin bzw. des Regionspräsidenten haben die Wahlberechtigten eine Stimme. Bei der Wahl der Regionsversammlung können sie bis zu drei Stimmen vergeben. Diese dürfen einer Liste oder einer Person gegeben, auf mehrere Kandidierende verteilt oder auf Wahlvorschläge verschiedener Parteien und Wählergruppen aufgeteilt werden.
von Sigrid Lappe • 27. Juni 2026
Paul-Eric Stolle ausgezeichnet mit dem Niedersächsischen Verdienstkreuz Feierliche Aushändigung am 26. Juni im Regionshaus Für sein langjähriges ehrenamtliches Wirken im Schützen- und Jagdwesen sowie im Natur- und Tierschutz wurde Paul-Eric Stolle aus Hemmingen mit dem Verdienstkreuz am Bande des Niedersächsischen Verdienstordens ausgezeichnet. Die feierlichen Übergabe fand am Freitag, 26. Juni durch den Ersten Regionsrat Jens Palandt im Haus der Region Hannover statt.
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