Niedersachsen ändert Laufbahnverordnung für Lehrkräfte


Die Landesregierung hat in ihrer Kabinettssitzung am 23. 09. der Änderung der „Niedersächsischen Verordnung über die Laufbahn der Laufbahngruppe 2 der Fachrichtung Bildung (NLVO-Bildung)“ zugestimmt. Ziel der Anpassung ist es, bestehende Regelungen zu aktualisieren und den sogenannten Quereinstieg zu erleichtern, indem für den Erwerb einer Lehrbefähigung künftig nur noch eine mindestens dreijährige berufliche Tätigkeit erforderlich ist.


Die NLVO-Bildung regelt in Niedersachsen die Voraussetzungen für den Erwerb einer Lehr- und Laufbahnbefähigung in der Fachrichtung Bildung. Sie legt insbesondere fest, welche Qualifikationen erforderlich sind, sowohl für den klassischen Ausbildungsweg als auch für den Quereinstieg – und unter welchen Bedingungen die Lehrbefähigungen der anderen Länder der Bundesrepublik anerkannt werden.


Die wesentliche Neuerung liegt dabei nicht im Einstieg selbst, sondern im weiteren Berufsweg: Der Erwerb einer vollwertigen Lehrbefähigung wird damit für Quereinsteigende erleichtert und beschleunigt. Bislang war hierfür eine mindestens vierjährige einschlägige Berufstätigkeit erforderlich, die nun um ein Jahr gekürzt wird. Ferner können künftig auch berufliche Tätigkeiten im Schuldienst selbst stärker angerechnet werden, etwa wenn Lehrkräfte bereits als Quereinsteigende unterrichten. Unter bestimmten Voraussetzungen kann der Erwerb der Lehrbefähigung dadurch beschleunigt werden.


Damit reagiert das Land auf den hohen Bedarf an Lehrkräften. Darüber hinaus wird der Umgang mit Lehrbefähigungen aus anderen Bundesländern erstmals eigenständig geregelt. Lehrkräfte im Bereich Fachpraxis  müssen zukünftig keinen Realschulabschluss oder einen gleichwertigen Bildungsstand nachweisen. Aufgrund ihres beruflichen Werdegangs verfügen diese Bewerberinnen und Bewerber in der Regel bereits über entsprechende oder höhere Qualifikationen.

Zudem werden nicht mehr benötigte Übergangsvorschriften gestrichen. Dadurch wird das Regelwerk insgesamt übersichtlicher und einfacher anwendbar.

 

Kultusministerin Julia Willie Hamburg betont: „Mit der jetzigen Anpassung dieser Verordnung erleichtern und beschleunigen wir den Erwerb einer vollwertigen Lehrbefähigung für Quereinsteigende. Diese Änderungen markieren einen weiteren wichtigen Schritt auf unserem Weg der 1.000 Schritte, den Lehrkräftemangel wirksam zu bekämpfen, die Unterrichtsversorgung an niedersächsischen Schulen nachhaltig zu sichern und Kollegien und Schulen weiter zu entlasten.“

 

Hintergrund

Im Schuljahr 2025/2026 wurden in Niedersachsen 169 Lehrkräfte im Quereinstieg eingestellt. Zusätzlich wurden 392 Lehrkräfte übernommen, die ihre Lehramtsausbildung in anderen Bundesländern absolviert haben. Im Rahmen des Lehrkräfteaustauschverfahrens wurden außerdem 111 Lehrkräfte nach Niedersachsen versetzt, für die jeweils ein Anerkennungsverfahren durchgeführt werden musste. Auch die Anerkennung internationaler Abschlüsse spielt eine wichtige Rolle: In den vergangenen drei Jahren wurden durchschnittlich rund 330 Anträge pro Jahr zur Anerkennung ausländischer Lehrkräftequalifikationen gestellt. Diese Zahlen zeigen, dass Quereinstieg und Anerkennung bereits heute zentrale Elemente der Lehrkräftegewinnung sind.


Ute Micha, PreDiNo / Sigrid Lappe, HaWo


Mit POW und WOW: Kulturstadt Hannover kooperiert mit Event-App „Was Geht“


Die Landeshauptstadt Hannover zeigt die ganze Bandbreite ihrer kulturellen Kraft und Vielfalt unter der Marke Kulturstadt Hannover. Jetzt wird diese Marke in die Event-App „Was Geht“ integriert – für noch mehr Sichtbarkeit und Raum für die Kultur in Hannover.

In der App „Was Geht“ stehen die Kulturstadt-Angebote kleinerer Akteurinnen und Akteure gleichberechtigt neben denen größerer Kulturinstitutionen. „Schluss mit dem hannoverschen Understatement. Hannover ist Kulturstadt und das zeigen wir auch!“, betont Bildungs- und Kulturdezernentin Eva Bender und sagt weiter: „Mit der Kooperation von Kulturstadt Hannover und ‚Was Geht‘ rücken spartenübergreifend Kulturveranstaltungen von Einrichtungen der Stadt, des Landes und der freien Szene in den Fokus, ob großes Stadionkonzert, kleineres Galerie-Event oder eine Veranstaltung der Stadtteilkultur. Und zwar so übersichtlich, dass Hannovers kultureller Reichtum bis in die Stadtteile, also dort, wo Hannover besonders lebendig ist, leicht auffindbar und damit zugänglich wird. Ich freue mich sehr, dass wir mit Ronja Nickel eine starke Gründerin gefunden haben, die diesen inhaltlichen Anspruch mit uns teilt“. 

„Ich habe ‚Was Geht‘ mit dem Ziel gegründet, Kultur für alle sichtbar und erlebbar zu machen. Umso mehr freut es mich, mit der Kulturstadt Hannover eine starke Partnerin an meiner Seite zu wissen, die diese Vision nicht nur teilt, sondern auch gemeinsam mit mir in die Tat umsetzt“, sagt Gründerin und Geschäftsführerin Ronja Nickel.

Die APP Was Geht – erkennbar am orangenen W auf hellblauem Grund - ist kostenlos unter Google Play und im Apple AppStore erhältlich

Die Zusammenarbeit zwischen der Kulturstadt und „Was Geht“ läuft gemäß Ausschreibung zunächst für ein Jahr mit der Option auf Verlängerung.

Ute Micha, PreDiNo / Sigrd Lappe, HaWo.


von Sigrid Lappe • 8. Oktober 2026
Krebs erschnüffeln: Projekt OnkoDog gestartet Können Hunde Krebserkrankungen erschnüffeln? Hunde sind stark, ganz besonders beim Riechen! Mit ihrem außergewöhnlichen Geruchssinn nehmen sie kleinste Geruchsnuancen wahr. Die Nase ist ihr wichtigstes Sinnesorgan, und vermutlich erleben Hunde ihre Umwelt deshalb ganz anders als wir Menschen. Das machen wir uns zunutze: Als Drogen-und Sprengstoffspür- und als Jagdhunde. In der Medizin finden Spürhunde immer mehr Beachtung: Als Ergänzung zu technischen Verfahren wie der Gaschromatographie oder elektronischen Sensoren („eNose“). Dass Hunde hier ganz vorne mitspielen, hat die Klinik für Kleintiere der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) bereits 2020 gezeigt: Trainierte Hunde konnten Covidinfektionen beim Menschen erkennen. Das Besondere daran: Sie taten das in Echtzeit und häufig zuverlässiger als die damaligen Antigen-Schnelltests. Der Grund dafür: Krankheiten riechen, veränderte Stoffwechselprozesse setzen eine spezifische Mischung flüchtiger organischer Verbindungen frei, die wie ein geruchlicher Fingerabdruck wirkt. Ist ein Hund auf diesen Fingerabdruck trainiert, erkennt er ihn zuverlässig wieder, auch in Proben von Menschen, die er nie zuvor gerochen hat. Das klappt nicht nur bei Infektionskrankheiten, sie können auch Unterzuckerungen bei Diabetes anzeigen, und es gibt sogar Hinweise, dass sie vor epileptischen Anfällen warnen können. Das von der NBank mit 290.000 Euro geförderte, zweijährige Projekt „OnkoDog“ nutzt dieses Talent von Hunden nun für die Erkennung von Krebserkrankungen des Urogenitaltrakts. Prostatakrebs ist mit rund 80.000 Neuerkrankungen pro Jahr in Deutschland die häufigste Krebsart bei Männern und gängige Früherkennungsverfahren wie der PSA-Test sind umstritten. Beteiligt sind neben der TiHo zwei Partner: die AWiAS Aviation Services GmbH, ein Unternehmen mit langjähriger Erfahrung in der Ausbildung von Spürhunden, und Sindojan Automotivedas ein Technologieunternehmen mit Schwerpunkt Softwareentwicklung. Im Projekt wird das Team um Sebastian Meller und Professor Holger Volk medizinische Spürhunde ausbilden, die Prostata-, Blasen- und Nierenkrebs anhand von Urinproben erkennen sollen. Ergänzend wird das Team die Geruchsprofile der Proben im Labor untersuchen, um besser zu verstehen, worauf die Hunde anspringen. „Unsere Erfahrungen aus der COVID-19-Forschung haben gezeigt, wie präzise Hunde Erkrankungen am Geruch erkennen können“, erklärt Meller. „Nun wollen wir herausfinden, ob sie auch in der Krebsfrüherkennung eine verlässliche Unterstützung sein können und der Medizin frühzeitig Hinweise liefern können, wo genauer hingeschaut werden sollte.“ Der Fokus liegt auf der Gesundheitsvorsorge in Unternehmen: diese sollen ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine einfache Vorsorgeuntersuchung anbieten können: diese geben eine Urinprobe ab, die von den Spürhunden untersucht wird. Ob das im Alltag funktioniert, wird in einem Betrieb unter realen Bedingungen erprobt. Eine eigens entwickelte Software anonymisiert dafür die Proben und ordnet auffällige Befunde den jeweiligen Arbeitsbereichen zu. So lassen sich mögliche physikalische, biologische oder chemische Belastungen am Arbeitsplatz erkennen und gezielt Gegenmaßnahmen ergriffen werden.. Selbstverständlich soll der Hund dabei keine ärztliche Diagnose ersetzen. Seine Stärke liegt gerade in der möglichen Früherkennung: Gibt er frühzeitig einen Hinweis, können Betroffene rechtzeitig weiter untersucht und behandelt werden.
von Sigrid Lappe • 8. Oktober 2026
Kastanien und Eicheln für die Tierfütterung sammeln Vom 28. September bis zum 9. Oktober können Kinder wieder Kastanien und Eicheln abgeben, die als Winterfütterung im Tiergarten genutzt werden. Als Dankeschön erhalten die fleißigen Sammlerinnen und Sammler freien Eintritt zum Tiergartenfest am 10. Oktober. Damit setzt sich eine Tradition fort, die 1977 ins Leben gerufen wurde.
von Sigrid Lappe • 28. September 2026
30 Jahre Kinderwald Hannover EIn bundesweit bekanntes Kinderbeteiligungsprojekt Die Idee, einen Kinderwald zu gründen, entstand 1996 nach einer FerienCard-Aktion. Die Vision von Kinderliedermacher Unmada Manfred Kindel: Es sollte ein Wald für Kinder und Jugendliche entstehen, der von ihnen gestaltet, bepflanzt und bespielt wird. Daraus entwickelte sich ein bundesweit bekanntes Kinderbeteiligungsprojekt, bei dem die Kinder und Jugendlichen lernten und lernen, ihre Bedürfnisse zu artikulieren und Ideen zu entwickeln. Von Beginn an waren sie an der Konzeption und Entwicklung des Geländes sowie der Angebote beteiligt und haben überall mit angepackt. Der Kinderwald bringt als außerschulischer Naturlernort seinen großen und kleinen Besucherinnen und Besuchern seit mehr 30 Jahren die Natur näher, fördert Kreativität, lehrt Verantwortung und lebt Beteiligung.  Er leistet damit einen wertvollen Beitrag zur Bildung für nachhaltige Entwicklung im Stadtgebiet und ist längst zu einer festen Institution über die Stadtgrenze hinaus geworden.
von Sigrid Lappe • 27. September 2026
Kulturminister Falko Mohrs verleiht Literaturpreis Niedersachsen Kulturminister Falko Mohrs hat am Donnerstag, 24. September 2026, die Schriftstellerin Katerina Poladjan und den Schriftsteller Henrik Szántó mit dem Niedersächsischen Literaturpreis 2026 ausgezeichnet. Der Literaturpreis des Landes Niedersachsen zu Ehren des Schriftstellers Nicolas Born (1937-1979) würdigt herausragende Autorinnen und Autoren, die sich wie der Namensgeber mit gesellschaftspolitisch relevanten Themen auseinandersetzen. „Literatur eröffnet Räume, in denen wir über unsere Gegenwart neu nachdenken können. Katerina Poladjan und Henrik Szántó erzählen von Menschen, die ihren Platz in einer von Geschichte, Herkunft und gesellschaftlichen Veränderungen geprägten Welt suchen. Ihre Texte machen sichtbar, was uns als Gesellschaft bewegt, und sie laden dazu ein, vertraute Perspektiven zu hinterfragen. Solche Stimmen brauchen wir für einen lebendigen kulturellen und demokratischen Diskurs“, sagte Falko Mohrs
von Sigrid Lappe • 26. September 2026
Niedersächsischer KinderHabenRechtePreis verliehen : Sozialministerium und Kinderschutzbund zeichnen Projekte für Kinderrechte aus Mit dem KinderHabenRechtePreis 2026 werden unter dem Motto: „Ich kenne meine Rechte“ jährlich Aktionen und Initiativen ausgezeichnet, die sich um Kinderrechte verdient machen. Der Preis ist mit insgesamt 12.000 Euro dotiert. Er wird in vier Kategorien mit jeweils 3.000 Euro verliehen. Bei der Preisverleihung am 26. September 2026 in Hannover wurde eine Initiative zusätzlich ausgezeichnet. Sie steht für die „Volljährigkeit“ des Projektes im 18. Jahr. Schirmherr Dr. Andreas Philippi, Niedersächsischer Minister für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung, betont: „Wir in Niedersachsen wollen dazu beitragen, dass Kinderrechte und Kinderschutz in der Öffentlichkeit einen hohen Stellenwert einnehmen. Dies gelingt am besten mit engagierten Menschen, die in Projekten und Initiativen Kindern eine Stimme geben, ihnen als Vorbild dienen und ihnen ihre Rechte auf Augenhöhe vermitteln.“ Ismail Giannattasio, Vorstandsmitglied vom Kinderschutzbund Niedersachsen, sagte: „Die Auswahl war wieder eine große Herausforderung. Uns beeindruckt das große – oft ehrenamtliche – Engagement und die vielen Möglichkeiten, die Kinderrechte mit Leben zu füllen.“ Die Preisverleihung in Hannover im Haus der Jugendwurde von einem Rahmenprogramm des Kinderzirkus Salto begleitet. Ausgezeichnet wurden: Kategorie: Kindertagesstätte (Kinder von 1 bis 6 Jahre) Titel: „Unsere Rechte sind bunt“ AWO Kita Wendschott Kinderrechte und Kita – das gehört zusammen. Die meisten Einrichtungen machen dazu Aktionen, auch in diesem Jahr gab es zahlreiche Einsendungen. Die AWO Kita Wendschott beeindruckte mit einem Projekt, das über zwei Monate dauerte. Gemeinsam wurde zu Kinderrechten gearbeitet und das Erfahrene anschließend kreativ umgesetzt. Dort ist eine anschauliche Leinwand entstanden, die nun unübersehbar für jede und jeden sowie dauerhaft das „Gesicht“ der Kita prägt. Mit einer Vernissage wurden Eltern und Gäste einbezogen. Aus der Präsentation ergeben sich Nachfragen und Diskussionen. Auch die Stadtbibliothek hat Interesse an der Aktion bekundet. Besonders wertvoll: Die Kinder waren nicht (nur) Zielgruppe, sondern Macherinnen und Macher, denn Mitbestimmung und Beteiligung standen im Mittelpunkt. Mit einem selbst verfassten Kinderrechtelied – einem regelrechten „Ohrwurm“ – tragen sie die Kinderrechte immer wieder vor. Eine Idee, die inspiriert und vielleicht besonders im Verbund der AWO aufgegriffen wird. Kategorie: Offene Kinder- und Jugendarbeit (Kinder von 6 bis 13 Jahre) Titel: „Gut getroffen!“ Spielpark Linden der LH Hannover Der Spielpark Linden ist für Kinder eine Anlaufstelle, die sie in ihrer Freizeit nutzen. Angebote der „offenen Kinder- und Jugendarbeit“ sind wichtige Lernorte außerhalb von Schule. Sie fördern die Entwicklung von Gemeinschaft. Sie ermöglichen das Lernen mit anderen. Besonders der unkomplizierte Zugang zum Spielpark sowie die regelmäßige pädagogische Begleitung wirken nachhaltig positiv auf die Entwicklung der Kinder. Bei „Gut getroffen!“ handelt es sich um ein Comicheft, das dort im Rahmen eines Workshops über Kinderrechte entstanden ist. Die Kinder haben das Thema „Gewalt“ ausgewählt und dargestellt, was sie dazu erleben und wie es sie in ihrem Alltag beschäftigt. Das Heft ist ein altersgemäß attraktives Medium. Gestaltung und Produktion begleitete ein Team. Eine Auflage von 2.000 Stück wurde in Hannover breit verteilt und hat bereits Kinder und Organisationen in der ganzen Stadt erreicht. So hilft es dabei, mögliche Grenzverletzungen oder Übergriffe aus der Tabuzone zu holen. Es hat auch nationale Aufmerksamkeit bekommen und ist mit dem Deutschen Kinder- und Jugendpreis ausgezeichnet worden. Kategorie: Schülerinnen und Schüler der 5. und 6. Jahrgänge, Projekt: „RESPEKT, Digga – Stark ohne Gewalt“, vom Theaterpädagogischen Zentrum (TPZ) für Hannover und Umgebung e.V. 5.000 Schülerinnen und Schüler zwischen zehn und zwölf Jahren haben 'RESPEKT, Digga – Stark ohne Gewalt' erlebt. Das interaktive Theaterstück zur Gewaltprävention wurde vom TPZ Hannover in Zusammenarbeit mit dem Jugendschutz / Streetwork der LHH entwickelt. Es wird regelmäßig von drei Theaterpädagoginnen an den weiterführenden Schulen in der Region Hannover durchgeführt. Dabei sind die Kinder als aktive Zuschauerinnen und Zuschauer sowie als Regisseurinnen und Regisseure eingebunden. Sie können in den Verlauf der Konfliktszenen, die sie oft aus ihrem Alltag kennen, eingreifen und das Ende mitbestimmen. Wie sollte ein Konflikt gelöst werden? Wie sollte sich eine unbeteiligte dritte Person verhalten? An einem darauffolgenden Tag wird in einem Workshop das Erlebte nachgearbeitet, die Themen und Szenen werden reflektiert und pädagogisch aufgearbeitet. Dieser partizipative und ganzheitliche Ansatz beeindruckt die Teilnehmerinnen und Teilnehmer oft so stark, dass sie sich immer wieder bei aufkommenden Konflikten in ihren Klassen auf die Lösungsansätze berufen. Kategorie: Jugendliche und junge Erwachsene ab 16 Jahre Titel: „Fitness im Viertel“ Cluster e.V. Hildesheim Der Verein Cluster e.V. betreibt eine ehemalige Werkstatthalle in der Hildesheimer Nordstadt, einem sogenannten Brennpunktviertel. Zur Sportstätte umfunktioniert ist der Raum Begegnungsstätte junger Menschen sowie Anlaufstelle für soziale und sportpädagogische Jugendarbeit. Cluster möchte jungen Menschen Raum im doppelten Sinn geben: In materieller Hinsicht, indem Jugendliche sich sportlich auslasten können, aber auch in sozialer und psychologischer Hinsicht, indem sie Unterstützung und Begleitung erhalten, zunächst durch kostenlose Bewegungs- und Sportangebote. Als Ergänzung zu diesem ungezwungenen sportlichen Zugang können auf freiwilliger Basis sozialpädagogische Beratung und lebenspraktische Unterstützung in Anspruch genommen werden. Die Vermittlung in bestehende Jugendhilfeangebote und weiterführende soziale Projekte wird ebenfalls ermöglicht. Jugendliche, die aus unterschiedlichen Gründen unter Druck stehen, finden hier eine Anlaufstelle. Sie werden beim Erwachsenwerden in unserer Gesellschaft begleitet. Die Jury gratuliert allen ausgezeichneten Initiativen. Die Jury 2026: Als Experte: Dieter Gerdes, Diplom-Pädagoge Vom Niedersächsischen Landesschüler*innenrat: Theo Büdden Für den Kinderschutzbund Niedersachsen: Ismail Giannattasio (Vorstand) und Jugendrat Zum 18. Mal vergeben das Land Niedersachsen und der Kinderschutzbund Landesverband Niedersachsen den Niedersächsischen KinderHabenRechtePreis. Damit sollen die 2009 in die Landesverfassung aufgenommenen Kinderrechte bekannter gemacht und Initiativen, die sich für Kinderrechte einsetzen, als Best-Practice-Beispiele verbreitet werden. Und seit 5. April 1992 gilt in Deutschland die Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen. 193 Länder haben diese Übereinkunft über die Rechte der Kinder mittlerweile unterzeichnet, sie gilt damit für nahezu zwei Milliarden Kinder der Erde! Die Kinderrechtskonvention enthält eigenständige Grundrechte der Kinder und signalisiert so, dass nicht nur Erwachsenen, sondern auch Kindern mit Respekt zu begegnen ist. Für das tägliche Leben heißt dies, dass alle Kinder in ihren Belangen, mit ihren Interessen und Bedürfnissen wahrgenommen werden sollen. Kinder brauchen ein gesellschaftliches Klima, in dem sie willkommen sind und sich anerkannt fühlen können.
von Sigrid Lappe • 23. September 2026
Vier Meter hohes Buntglasfenster im Eingang von Schloss Derneburg In der Eingangshalle des Kunstmuseum Schloss Derneburg entsteht die dauerhafte Installation eines fast vier Meter hohen Buntglasfensters des renommierten Künstlers Markus Lüpertz in der historischen Eingangshalle des Schlosses. Lüpertzs Entwurf würdigt das künstlerische Erbe von Schloss Derneburg, vormals Wohn- und Arbeitsort seines Freundes Georg Baselitz, zugleich greift er das historische Erbe des Gebäudes als ehemaliges Kloster auf. Diese einzigartige, ortsspezifische Installation ist Lüpertz‘ erste museale Auftragsarbeit aus Glas, die öffentlich zugänglich ist. Sie ist eine Hommage an die Landschaft und die historischen Monumente der Gemeinde Holle. Dabei schöpft er nicht nur aus der modernen Kunstgeschichte, sondern auch aus der Antike, der Literatur und Poesie sowie der Musik und dem Theater. Im Katholizismus aufgewachsen, führte ihn sein Kunststudium in Krefeld und Düsseldorf (1956-61) zu architektonischen Räumen, in denen durch Lichteinfall sich wandelnde Glasmalereien einzigartige spirituelle Begegnungen ermöglichten. Der Auftrag für die Arbeit in Derneburg verbindet Lüpertz‘ vielfältigen Einflüsse zu einer Komposition, die zugleich eine Hommage an das umgebende Dorf darstellt. Die im klassischen mittelalterlichen Stil mit Bleirahmung gefertigte, mundgeblasene Bleiverglasung besteht aus 25 einzelnen Feldern und verbindet die historische Vergangenheit von Schloss Derneburg mit seiner heutigen Bestimmung als zeitgenössisches Kunstmuseum. Lüpertz: „Schloss Derneburg war für mich immer ein ganz besonderer Ort. Nachdem Georg Baselitz es gekauft hatte, war ich sehr häufig dort und hatte zeitweise eine eigene Wohnung im Schloss. Wir haben dort gemeinsam gemalt und viele wunderschöne Abende verbracht. Auch die Landschaft rund um Derneburg hat mich beeindruckt. Das Glasfenster verstehe ich als Hommage an das Schloss, an seine besondere Geschichte und natürlich auch an die Zeit, in der Georg dort gelebt und gearbeitet hat. Zugleich bezieht es sich auf die heutige Bedeutung des Schlosses als Ort für Malerei und Bildhauerei. Heute wird dort mit großem Engagement eine Kulturstätte von internationalem Rang aufgebaut. Dass sich Andy und Christine dazu entschlossen haben, gerade an diesem abgelegenen Ort ein bedeutendes Zentrum für Kunst und Kultur zu schaffen, ist für die gesamte Region ein großer Gewinn.“
von Sigrid Lappe • 21. September 2026
Europa vor der Haustür: Region Hannover wird offizielle EU-Botschafterin Plakette „Europa fängt in der Gemeinde an“ verliehen Europa ist kein fernes Brüssel – Europa passiert direkt bei uns. Das unterstreicht die Region Hannover jetzt mit einer besonderen Auszeichnung: Die EU-Kommission hat ihr die Plakette als Mitgliedskommune im Netzwerk „Europa fängt in der Gemeinde an“ verliehen. Das Schild haben Cordula Drautz, Dezernentin für EU-Angelegenheiten, Andreas Listing, Leiter der Stabsstelle EU-Angelegenheiten, und Ernesto Nebot Pomar, EU-Botschafter der Region, gemeinsam vor den politischen Sitzungsräumen angebracht. „Europa ist kein abstraktes Projekt, sondern betrifft uns alle – direkt und konkret“, sagt Cordula Drautz. „Ein ganz praktisches Beispiel ist die Zusammenarbeit im Partenalia-Netzwerk, das 17 Landkreise aus Spanien, Frankreich, Italien und Rumänien verbindet”, so Drautz weiter. Bei einem Austausch Ende Oktober mit der Provinz Valencia, die geographisch mit der Region vergleichbar ist, werden sich Expert*innen aus Hannover und Valencia über die Themen Bekämpfung von Starkregenereignissen und Vegetationsbränden in schwierigem Gelände sowie über das Management von spontanen Helfer*innen bei Großschadensereignissen austauschen, um voneinander und den jeweiligen Erfahrungen zu lernen. „Das Beispiel zeigt, wie sehr der europäische Gedanke das Leben von jeder Einwohnerin und jedem Einwohner berührt“, so Drautz.
von Sigrid Lappe • 20. September 2026
Eintauchen in die Geschichte des mittelalterlichen Nienburgs 1.500 Nachtwächterführungen durch Nienburg – Stephan van Hausen feiert Jubiläum Nienburg, das Zentrum der Mittelweser-Region, begeistert Besucher mit einer malerischen Altstadt, Fachwerkcharme und lebendiger Geschichte. Eine besonders stimmungsvolle Art, die historische Innenstadt zu entdecken, bietet der Nachtwächterrundgang mit Stephan van Hausen – alias Stefan Hilker. Seit 2009 schlüpft er regelmäßig in sein Gewand mit Umhang, Signalhorn und Hellebarde, um Gäste auf eine Zeitreise in Nienburgs Vergangenheit mitzunehmen.
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Förderprogramm "4Generation" für Vielfalt, Beteiligung Engagement für Jugendarbeit

Freiwilliges Engagement in der Jugendarbeit stärken und qualifizieren, Beteiligung junger Menschen verbessern und Vielfalt in der Jugendarbeit erlebbar machen – dafür steht das niedersachsenweite Förderprogramm „4Generation – Vielfalt – Beteiligung – Engagement in der Jugendarbeit“. Das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung stellt in den kommenden fünf Jahren insgesamt drei Millionen Euro zur Verfügung..

Die Anträge für Projekte  können unter 4generation gestellt werden. Die Antragstermine sind jeweils zum Monatsersten, Start der beantragten Projekte kann dann frühestens jeweils einen Monat nach Fristende sein.
Die Projektideen sollen dabei von jungen Menschen in Jugendverbänden, -gruppen, -initiativen und -einrichtungen entwickelt, und umgesetzt werden. 
Das Förderprogramm „4Generation – Vielfalt -Beteiligung -Engagement in der Jugendarbeit“ fördert seit Anfang 2021 innovative und kreative Projektideen von Jugendgruppen, -verbänden und -initiativen.

Ute Micha, PreDiNo/Sigrid Lappe, HaWo