Jan Werner Müller kommt mit seinem Buch
'Straße, Platz, Palast‘ in das Kulturzentrum Pavillon
Menschen gehen auf die Straße. Die Öffentlichkeit wird als Marktplatz der Ideen beschrieben. Parlamente aus Glas verheißen politische Transparenz: Im Gespräch über Politik greifen wir auf Bezüge zu Architektur und Städtebau zurück. Und tatsächlich preisen ‚Stararchitekten‘ ihre Entwürfe als Beiträge zum Gelingen der Demokratie an.
Aber gibt es wirklich so etwas wie eine demokratische Architektur? In seinem neuen Buch verknüpft Jan-Werner Müller die Geschichte von Städtebau und politischem Denken.
Müller reist in die Antike und betrachtet die Realität hinter oftmals idealisierten Orten wie der Agora oder dem Forum. Er untersucht kritisch das Symbol deutscher Demokratie, die viel gepriesene Reichstagskuppel in Berlin, er inspiziert Planstädte in der ägyptischen Wüste.

Am Ende dieser Tour d’Horizon stehen sieben Bausteine für das Denken über Demokratie und Architektur. Und die Einsicht, dass eine demokratische Architektur den Bürgerinnen und Bürgern immer wieder die Möglichkeit geben muss, sich gegenseitig aus überraschenden Blickwinkeln wahrzunehmen.
In Kooperation mit Jan-Werner Müller studierte er Politikwissenschaften an der FU Berlin, am University College London, am St. Anthony’s College der University of Oxford und an der Princeton University. Von 1996 bis 2003 war er Fellow am All Souls College in Oxford, von 2003 bis 2005 Fellow am European Studies Centre des St. Anthony’s College. Seit 2005 lehrt er in Princeton Politische Theorie und Ideengeschichte
Di., 13. Oktober, 19 Uhr, Pavillon, Lister Meile 4
Ute Micha, PreDiNo / Sigrid Lappe, HaWo / Titelfotos © Matthias Falk, hannover_fotografie
