Zeichen und Hilfe gegen häusliche Gewalt:

„Rote Bank“ am Körting-Brunnen

In der Körtingstraße an der Lister Meile steht eine „Rote Bank“.

„Rote Bänke“ sind Signale gegen häusliche Gewalt. Auf ihnen angebrachte Plaketten – darunter eine mit Brailleschrift – vermitteln Informationen, wo Betroffene Unterstützung erhalten können


Der Fachbereich Umwelt und Stadtgrün hat die dort stehende Bank rot angestrichen. Die Kosten – Farbanstrich 100 Euro und 195 Euro für die Plaketten - hat das Zentrum für Kommunale Kriminalprävention (ZKK) der Landeshauptstadt Hannover (LHH) übernommen.

Die ‚Roten Bänke‘ haben sich inzwischen als Zeichen für Zivilcourage etabliert. Sie haben gerade in den Stadtbezirken einen besonderen Wert, weil die Botschaft die Menschen dort erreicht, wo sie leben.

„Ich freue mich, dass der Stadtbezirksrat Vahrenwald-List diese Aktion des Zentrums für Kommunale Kriminalprävention unterstützt“, sagt Dr. Axel von der Ohe, Erster Stadtrat und Dezernent für Finanzen, Ordnung und Feuerwehr der LHH.

„La Panchina Rossa”, übersetzt „Die Rote Bank“, ist ein Projekt aus Italien und startete im Jahr 2016. Die Bank soll für das Thema geschlechtsspezifische Gewalt sensibilisieren und die Plätze symbolisieren, die frei bleiben, wenn Frauen häuslicher und sexualisierter Gewalt zum Opfer fallen.

In diesem Rahmen wurden Ende des Jahres 2022 in der Innenstadt vier „Rote Bänke“ aufgestellt, um für Opfern von häuslicher Gewalt zur Verfügung zu stehen. An ihnen sind Rufnummern angebracht, an die sich Betroffene von häuslicher Gewalt wenden können.

Aus Sicht der Stadt trägt das Projekt dazu bei, Gewalt gegen Frauen und das Thema „Häusliche Gewalt“ im öffentlichen Bewusstsein sichtbar zu machen, gesellschaftliche Aufmerksamkeit zu schaffen und die Verantwortung der Stadtgesellschaft für dieses Thema zu stärken. Gesellschaftliche Sensibilisierung und Bewusstseinsschaffung seien eine wesentliche Voraussetzung dafür, Gewalt frühzeitig zu erkennen und Betroffene zu ermutigen, Hilfe in Anspruch zu nehmen und das Umfeld zum Hinsehen und Handeln zu bewegen.

Neben der neuen „Roten Bank“ in der List sowie vier Bänken in der Innenstadt stehen drei in Buchholz-Kleefeld sowie jeweils zwei in Döhren-Wülfel und in Südstadt-Bult.

Das KPR-Projekt wird unterstützt durch das Netzwerk „Hannoversches Interventionsprogramm“ (HAIP) unter Federführung des Referates für Frauen und Gleichstellung der LHH, durch die Polizeidirektion Hannover sowie den Frauennotruf Hannover.


Ute Micha, PreDiNo / Sigrid Lappe, HaWo / Foto LHH