VW-Werk Osnabrück soll an Finanzinvestor Aurelius
und das Land Niedersachsen verkauft werden
Volkswagen will sein Werk in Osnabrück an Finanzinvestor Aurelius und das Land Niedersachsen verkaufen. Das Werk in Osnabrück soll schrittweise in ein Kompetenzzentrum für Sicherheit und Verteidigung umgebaut werden, teilte der Autobauer heute Vormittag mit.
Für einen Großteil der Beschäftigten wäre damit ihre Zukunft gesichert. Und nach Angaben von VW-Betriebsratschefin Daniela Cavallo können dann mehr als 1 200 Beschäftigte in Osnabrück ihrer Arbeit nachgehen. Für die übrigen Mitarbeiter wird noch nach einer Lösung gesucht.
Aurelius Capital ist eine Investmentgesellschaft mit Hauptsitz in Tel Aviv. Die Investmentgesellschaft ist spezialisiert auf Beteiligungen in den Bereichen Verteidigung, Cybersicherheit, Künstliche Intelligenz und kritische Infrastruktur. Der Investor soll künftig die Mehrheit an der Volkswagen Osnabrück GmbH halten, das Land Niedersachen eine Minderheit.
In dem Werk Osnabrück sollen künftig unter anderem Systeme und Komponenten für die Luftverteidigung entwickelt und produziert werden. Und als erstes großes Projekt ist eine Zusammenarbeit mit dem israelischen Rüstungskonzern Rafael geplant. Rafael ist vor allem als Hersteller des Raketenabwehrsystems "Iron Dome" bekannt. Rafael-Chef Joav Tourgeman erklärte, Ziel sei es, die Technologie zum Schutz Deutschlands und Europas vollständig in Deutschland zu produzieren.
Im Jahr 2027 endet dann im Werk Osnabrück die Autoproduktion. Der Verkauf fällt allerdings in den tiefergreifenden Umbau bei Volkswagen. Der Konzern hatte Ende 2024 bereits beschlossen, die Fahrzeugproduktion in Osnabrück im Sommer 2027 auslaufen zu lassen. Die Porsche-Fertigung endete bereits 2025, aktuell wird dort nur noch das T-Roc-Cabrio gebaut.
Der Traditionsstandort steht vor einem radikalen Wandel. Das Werk geht auf den Karosseriebauer Karmann zurück, der unter anderem den Karman-Ghia und das Käfer-Cabriolet fertigte. Nach der Insolvenz von Karmann 2009 übernahm Volkswagen große Teile des Werkes.

Für VW und das Land Niedersachsen ein wichtiges Signal für die Zukunft:
Oliver Blume, Vorstandsvorsitzender Volkswagen Group, Olaf Lies, Ministerpräsident des Landes Niedersachsen und Tomer Jacob, Managing Director Aurelius Capital (von links). Foto © Volkswagen AG
VW-Chef Oliver Blume sprach von einem "wichtigen Schritt", um dem Standort eine neue industrielle Zukunft zu eröffnen. Der Verkauf ist aber noch nicht endgültige besiegelt. Es müssen noch weitere Vereinbarungen, Gremienbeschlüsse und behördliche Prüfungen erfolgen.
Ute Micha, PreDiNo / Sigrid Lappe, HaWo / Ti
