Vorsichtsmaßnahme - bevor es kracht!

20. September: Vollsperrung Friedrichswall von 10 bis 13 Uhr für Zugversuch an einer Eiche erforderlich


Die Landeshauptstadt Hannover führt am Sonntag, 20. September, zwischen 10 und 13 Uhr einen Zugversuch an einer Eiche am Friedrichswall durch. Die Maßnahme dient der Überprüfung der Stand- und Bruchsicherheit des Baumes auch bei hohen Windlasten.

Bei dem Baum wurde ein Befall mit Schwefelporling festgestellt. Der holzzerstörende Pilz ist über zwei frühere Astungswunden in das Holz eingedrungen. Eine dieser Wunden wurde vor Jahrzehnten mit einer sogenannten Betonplombe verschlossen. Damals sollte die Füllung ähnlich wie bei einer Zahnbehandlung dazu beitragen, dass das Kambium, die wachstumsaktive Schicht unter der Rinde, die Wunde überwallen und schließen kann. Später zeigte sich jedoch, dass sich hinter solchen Plomben häufig günstige Bedingungen für Pilzbefall entwickeln. Daher werden diese Verfahren heute nicht mehr angewendet.

Der Zugversuch ist eine zerstörungsfreie Untersuchungsmethode zur Beurteilung der Stand- und Bruchsicherheit von Bäumen. Hierfür wird mithilfe einer Seilwinde eine kontrollierte Prüflast in den Baum eingeleitet. Sensoren erfassen die minimale Neigung des Wurzeltellers sowie die Dehnung und Stauchung des Holzes. Diese theoretischen Werte werden anschließend mit den Belastungen verglichen, die bei starken Windereignissen bis hin zu Orkanen auftreten können.

Erforderlich: Vollsperrung des Friedrichswalls

Aufgrund des Standorts direkt am Friedrichswall werden die Arbeiten an einem Sonntag durchgeführt. Für die Dauer der Untersuchung wird die Straße zwischen der Culemannstraße und der Willy-Brandt-Allee voll gesperrt. Eine Umleitung ist ausgeschildert. Die Landeshauptstadt Hannover bittet um Verständnis für die Einschränkungen.


Ute Micha, PreDiNo / Sigrid Lappe, HaWo / Foto © Matthias Falk, hannover_fotografie