Schule statt Fabrik – Sternsingen gegen Kinderarbeit

 

Rund um den Tag der Heiligen Drei Könige am 6. Januar zogen die Sternsingerinnen und -sänger von Haus zu Haus, sangen, brachten den Segen und sammelten Spenden für Kinder in Not.

 

„Schule statt Fabrik – Sternsingen gegen Kinderarbeit“ heißt das Leitwort der 68. Aktion der katholischen Kirche Dreikönigssingen, bei der in allen 27 deutschen Bistümern wieder die Sternsingerinnen und -sänger von Tür zu Tür zogen, stand der Einsatz gegen Kinderarbeit im Mittelpunkt.


In diesem Jahr steht die Aktion als Hilfe für Bangladesch: Viel zu jung, kein Schulbesuch, schädlich für Gesundheit und Entwicklung: Das ist Kinderarbeit.  Ausbeuterische Kinderarbeit verletzt Kinderrechte und ist international verboten. Die Weltgemeinschaft hat ihr Ziel, Kinderarbeit bis 2025 zu beenden, nicht erreicht.

138 Millionen Kinder zwischen fünf und 17 Jahren arbeiten, 54 Millionen von ihnen unter besonders gesundheitsschädlichen und ausbeuterischen Bedingungen. Produkte aus Kinderarbeit gelangen auch in Deutschland in den Handel.


In Bangladesch, dem Beispielland der Aktion, lebt etwa ein Drittel der 167 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner in Armut. Um zum Familienunterhalt beizutragen, brechen viele Kinder die Grundschule ab und gehen arbeiten. Trotz Fortschritten im Kampf gegen die Kinderarbeit, arbeiten in Bangladesch noch rund 1,8 Millionen Kinder, darunter 1,1 Millionen unter ausbeuterischen Bedingungen. Mit der Aktion werden nicht nur Projekte zur (Wieder-)einschulung von Kindern unterstützt, sondern auch ein politisches Zeichen gegen Kinderarbeit gesetzt: Motto „Schule statt Fabrik“.

Gut 60 Sternsingerinnen und -sänger aus dem gesamten Bistum Hildesheim brachten den Segen in die Staatskanzlei (10:30 Uhr) und den Niedersächsischen Landtag (12:00 Uhr). Sie kommen aus Hildesheim, Vienenburg, Seesen, Uelzen, Lüchow, Walsrode, Gehrden und aus der Landeshauptstadt Hannover.


Wie im gesamten Bundesgebiet sind auch in der Katholischen Kirche in der Region Hannover zahlreiche Gruppen unterwegs, um den Segen „Christus mansionem benedicat“ (Christus segne dieses Haus) an die Türen zu schreiben, über die Aktion zu berichten und Spenden zu sammeln. Die Gruppen haben auch alle Rathäuser in der Region Hannover besucht, unter anderem das Neue Rathaus der Landeshauptstadt.
 

Das Sternsingen geht auf eine Tradition zurück, die bis ins Mittelalter reicht. Als Könige gekleidet zogen Jungen durch die Gassen und spielten den Zug zur Krippe nach, wie er in der Bibel  - hier ist von drei Weisen bzw. Magiern oder Sterndeutern aus dem Morgenland die Rede - geschildert wurde.

1959 hat das Kindermissionswerk diesen Brauch wieder aufgegriffen und veranstaltet (seit 1961 zusammen mit dem Bund der Deutschen Katholischen Jugend – BDKJ) die „Aktion Dreikönigssingen“.

 

Bis heute gilt das Sternsingen als die weltweit größte Hilfsaktion, bei der Kinder für andere Kinder sammeln, um Notlagen zu mildern. Rund 1,84 Milliarden Euro sammelten die Sternsingerinnen und -sänger seit dem Aktionsstart, mehr als 80.000 Projekte für benachteiligte Kinder in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa wurden in dieser Zeit unterstützt.


2025 waren im Bistum Hildesheim 138 Gemeinden und Gruppen aktiv und konnten über 995.000 Euro sammeln. Aus den 23 Pfarrgemeinden der Katholischen Kirche in der Region Hannover kamen dabei 210.000 Euro zusammen.


Die Besuche in diesem Jahr:

Staatskanzlei mit Ministerpräsident Olaf Lies, der Niedersächsischn Landtag mit Landtagspräsidentin Hanna Naber um 12:00 Uhr und im Rathaus Hannover mit Oberbürgermeister Berit Onay um 14:30 Uhr


Ute Micha, PreDiNo / Sigrid Lappe, HaWo / Fotos © Matthias Falk, hannover_fotografie