Pflegekräfte qualifizieren sich für Katastropheneinsätze
19 Pflegefachkräfte aus DRK-Verbänden und Krankenhäusern in ganz Deutschland haben im Clementinenhaus den Basiskurs „Pflege im Bevölkerungsschutz“ erfolgreich abgeschlossen
Die Weiterbildung vermittelt das notwendige Rüstzeug, um Menschen auch in Krisen- und Katastrophenlagen professionell versorgen zu können – ein Thema, das angesichts zunehmender Extremwetterereignisse, Pandemien und anderer Großschadenslagen immer stärker an Bedeutung gewinnt. Der nächste Basiskurs im Clementinenhaus ist bereits für März 2027 geplant.
Die Weiterbildung vermittelt praxisnahes Wissen über Strukturen des Bevölkerungsschutzes, die pflegerische Versorgung unter besonderen Bedingungen sowie die Zusammenarbeit verschiedener Hilfs- und Einsatzorganisationen. Ziel ist es, Pflegefachkräfte auf außergewöhnliche Einsatzlagen vorzubereiten und ihre Handlungssicherheit zu stärken.
„Die Basisschulung ist für alle examinierten Pflegefachkräfte wichtig. Gerade in Krisen- und Katastrophensituationen müssen wir handlungsfähig sein und insbesondere verletzliche Bevölkerungsgruppen bestmöglich versorgen“, betont Simone Pesch, Referentin Pflege im Bevölkerungsschutz, DRK-Schwesternschaft Bonn. „Wir freuen uns sehr, dass immer mehr DRK-Schwesternschaften diese Weiterbildung unterstützen. Auch erkennen andere Hilfsorganisationen zunehmend die Notwendigkeit, tragfähige Strukturen aufzubauen. In Bonn besteht diese Vernetzung bereits erfolgreich, und auch in Nürnberg sowie in Schleswig-Holstein entstehen weitere Netzwerke. Uns alle verbindet ein gemeinsames Ziel: Menschen in Not bestmöglich zu helfen. Deshalb steht die Weiterbildung ausdrücklich allen examinierten Pflegefachkräften offen – auch außerhalb des DRK. Das schafft zusätzliche Aufmerksamkeit für dieses wichtige Thema.“
Auch Matthias Thäle, Stabstelle für Sonderaufgaben beim DRK Region Hannover e. V., unterstreicht die Bedeutung des Angebots: „Im Krisen- und Katastrophenfall brauchen wir belastbare pflegerische Strukturen. Das Deutsche Rote Kreuz hat seine Wurzeln im Katastrophen- und Zivilschutz – deshalb ist es unsere Aufgabe, diese Kompetenzen kontinuierlich weiterzuentwickeln und zu stärken.“

19 Pflegefachkräfte aus DRK-Verbänden und Krankenhäusern in ganz Deutschland haben den Basiskurs „Pflege im Bevölkerungsschutz“ erfolgreich im DRK-Krankenhaus Clementinenhaus absolviert. Gemeinsam mit den Referierenden und Organisatorinnen setzten sie ein Zeichen für eine stärkere Vernetzung und die Vorbereitung der Pflege auf Krisen- und Katastrophenlagen.
Die Weiterbildung wurde von der DRK-Schwesternschaft Bonn e. V. auf Grundlage der Erfahrungen aus der Flutkatastrophe im Ahrtal entwickelt. Die fachliche Koordination erfolgt über das Kompetenzzentrum der DRK-Schwesternschaft Bonn, während das Clementinenhaus als Gastgeber die Durchführung unterstützt.
Für Manuela Krüger, Oberin i.R. der DRK-Schwesternschaft Clementinenhaus e.V., ist die Qualifizierung ein wichtiger Schritt für die Zukunft: „Weitere Module müssen fachlich fundiert aufgebaut werden. In vergangenen Krisen wurden pflegebedürftige und besonders verletzliche Menschen häufig nicht ausreichend berücksichtigt, weil es an entsprechenden Strukturen fehlte. Pflege war vielerorts nicht ausreichend in die Krisenplanung eingebunden. Damit müssen wir uns künftig noch intensiver beschäftigen.“
Angesichts zunehmender Herausforderungen – von Pandemien über Extremwetterereignisse bis hin zu großflächigen Krisenlagen – gewinnt die pflegerische Kompetenz im Bevölkerungsschutz weiter an Bedeutung. Der Basiskurs stärkt nicht nur die fachlichen Kompetenzen der Teilnehmenden, sondern auch die Vernetzung zwischen Pflegeeinrichtungen, Hilfsorganisationen und dem Deutschen Roten Kreuz.
Ute Micha, PreDiNo / Sigrid Lappe, HaWo / Foto: DRK-Krankenhaus Clementinenhaus
