Kunstfestspiele Herrenhausen starten am 22. Mai

mit Konzerten und Robotern

Unter der neuen Intendantin Brigitta Muntendorf

Für Kinder gibt es ein zweitägiges günstiges Kunstspektakel

 

  Alles Neue macht der Mai: Die Kunstfestspiele Herrenhausen starten in ihre erste Saison unter der neuen Leiterin Brigitte Muntendorf. Da wird es  Konzerte mit Robotern sowie Landschaftskunst aus Basslautsprechern und vieles mehr geben.

  Für die kleinen und größeren Kinder findet ein zweitägiges, günstiges Kunstspektakel statt.

  Es wird einen spektakulärer Festivalauftakt geben: ‚Einstein on the Beach‘ von Philip Glas wird in der Kuppelhalle des Neuen Rathauses zu erleben sein!

Geplant sind eine neue "Club Oper", Konzerte mit Robotern, eine räumliche Kunstinstallation etc. 

  Das Kunstspektakel beginnt am 22. Mai und dauert bis zum 7. Juni 2026.

Auch Hannovers Oberbürgermeister zeigt sich überzeugt von den "neuen" Kunstfestspielen unter der neuen Leitung. 


 Brigitta Muntendorf setzte einen bisher nicht gehörten Tonfall bei der Vorstellung des diesjährigen Programms in Herrenhausen: Sie sei erschüttert von den Nachrichten über den Krieg im Nahen Osten, erklärte sie gleich zu Beginn. „Das betrifft uns alle als internationale Gemeinschaft." Kunst „könne zwar keine Raketen stoppen", aber sie könne „Räume öffnen und Fragen stellen" in einer Zeit, die sich viel zu oft mit schnellen Antworten begnüge.

 

Im aktuellen Programm spiegelt sich der politische Impuls teilweise wider „es sei das aber „nach wie vor aus der Musik heraus“ gedacht, erklärte die Intendantin Muntendorf.

In diesem Jahr und in den kommenden Ausgaben solle es etwa verstärkt um „Kunst an der Schnittstelle zwischen Technologie und Wissenschaft" gehen, kündigte die Intendantin an. Auch soll es mehr Produktionen geben, die in Hannover eigens für die Kunstfestspiele entstehen.

 

  Und die 17. Ausgabe der Kunstfestspiele startet dann auch mit einem prominenten Gastspiel: Zur Eröffnung am Freitag, 22. Mai, kommt die Oper "Einstein on the Beach" von Philip Glass, ein halbes Jahrhundert nach ihrer Uraufführung als konzertante Aufführung nach Hannover. Mit von der Partie sind unter anderem Songwriterin Suzanne Vega ("Luka") und das Collegium Vocale Gent. Gespielt wird in der Kuppelhalle im Neuen Rathaus, außerdem wird die Vorstellung in den Gartensaal mit seiner Terrasse am Maschteich übertragen, und der soll sich für diesen speziellen Abend in einen Beach Club verwandeln.

 

Einen Tag später stellt sich Brigitta Muntendorf in der DHC-Halle in Herrenhausen als Komponistin ihres neuen Stücks vor: Das Musiktheater „The Day Before" erzählt von einer Party am Vorabend eines endlosen Krieges, so Muntendorf. Das Stück, das einen Bogen von Homers antiker „Ilias" bis in die Gegenwart spannt, setzt Technologien wie zum Beispiel 3D-Audio und AI Voice Cloning ein. Zugleich wird live gespielt und gesungen - unter anderem vom Mädchenchor Hannover.

 

  Im Großen Garten ist eine Klanginstallation der brasilianischen Künstlerin Stefanie Egedy erlebbar: „Bodys and Subwoofers" setzt dann auch große schwarze Basslautsprecher als vibrierende Skulpturen in die Landschaft - hier ist Poesie mit einem richtigen Wumms zu erleben.

  In der Galerie Herrenhausen zeigt die Kanadierin Janet Cardiff ihre ikonische Klanginstallation „The Forty Part Motet", für die sie vor 25 Jahren erstmals eine Renaissancekomposition von Thomas Tallis auf 40 Lautsprecher verteilt hatte.

Am 6. Juni ist die Tallis-Motette in Originalfassung bei der „Nacht der Museen" zum Finale des Wandelkonzerts „Stimmen der Stadt" zu hören. In den Museen und Ausstellungshäusern treten acht große hannoversche Chöre einzeln verteilt auf, bis sie schließlich in der Marktkirche für die Tallis-Aufführung zusammenkommen!


  Der bisherige Kunstfestspieltag mit günstigen Eintrittspreisen für die ganze Familie wird zu einem zweitägigen Kinderkunstspektakel erweitert. An den beiden Tagen werden zahlreiche kürzere Produktionen gezeigt, die aber nicht explizit für junges Publikum gedacht seien, so Kunstfestspiel-Dramaturg Thomas Frank. Vielmehr habe man nach künstlerischen Produktionen gesucht, die auch für Kinder geeignet sind.

  Dazu gehören eine Roboter-Performance, ein Klavierkonzert mit der NDR Radiophilharmonie und einem zerstörten Flügel sowie ein überraschendes Jonglage-Programm. Tickets sind für alle Veranstaltungen am 24. und 25. Mai für 5 Euro zu bekommen!


  Und zum ersten Mal, am 29. Mai, traut sich das hannoversche Treppenhausorchester an wirklich großes Musiktheater: Für die Uraufführung der "Club-Oper" mit neuen Kompositionen von Michael Beil, Oxana Omelchuk und Benjamin Schauer unter dem Titel "die tonight - live forever" soll sich die Turnhalle des Deutschen Hockey Clubs laut Ankündigung in ein "vibrierendes Biotop aus Bass, Stimmen und Körpern" verwandeln.

Auch sind zwei Programme der Sopranistin Sarah Maria Sun gewidmet,

 

  Gesprächsreihen sind in Zusammenarbeit mit der Volkswagenstiftung und den Hannah-Arendt-Tagen geplant. Des Weiteren gibt es ein Mensch-Robotik-Konzert, einen musikalischen Tennisplatz, eine Clubnacht, die schon um 18 Uhr beginnt, und ein "postdigitales Morgenritual" ab 5 Uhr morgens.


Karten für alle Veranstaltungen sind über die Website der Kunstfestspiele und an der Kasse am Großen Garten erhältlich.


Ute Micha, PreDiNo / Sigrid Lappe, HaWo / Fotos Matthias Falk, hannover_fotografie