Hannovers Retter qualifizieren sich für Bundeswettkampf 2027
Vier Retter-Teams aus dem Großraum Hannover holten am Wochenende 13./14. Juni 2026 beim Landeswettkampf der Johanniter einen ersten Platz und werden damit im Sommer nächsten Jahres beim Bundeswettkampf vor dem Publikum in Hannover antreten. Faire Wettkämpfe und viele freundschaftliche Begegnungen prägten den „Tag der Johanniter“ im niedersächsischen Otterndorf.
Bei den „Olympischen Spielen des Rettens“ waren rund 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in 29 Teams aus 16 Ortsverbänden in Niedersachen und Bremen angetreten, die Hälfte aus dem Großraum Hannover für den Regionalverband Niedersachsen Mitte.
Zwei Stunden dauerte die Siegerehrung mit Musik, Glitzerkonfetti und lautem Applaus. Jede Mannschaft wurde bejubelt. Das war verdient, denn Kinder und Jugendliche, Ehrenamtliche und Profiretter,
Rettungshundestaffeln und Erzieherteams hatten zuvor beim Erste-Hilfe-Wettkampf der Johanniter geliefert! Die Freude war auch groß, weil sich alle Erstplatzierten in den sechs Kategorien mit ihrer Leistung für den Bundeswettkampf qualifizieren konnten. Der findet im Juni 2027 in Hannover statt, also Heimspiel!
Der Landeswettkampf bietet den Einsatzkräften aus dem Ehren- und Hauptamt der Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH) die Möglichkeit, das Leistungsniveau und den Ausbildungsstand in einem fairen Wettstreit zu messen und daraus Schlüsse für die künftige Aus-, Fort- und Weiterbildung zu ziehen.
Der Landeswettkampf findet alle zwei Jahre als Höhepunkt des Vereinslebens der Johanniter-Unfall-Hilfe statt. Teilnehmerinnen und Teilnehmer stellen in unterschiedlichen Wettkampfklassen ihren Ausbildungs- und Trainingsstand im Sanitäts- und Rettungsdienst sowie in den Rettungshundestaffeln unter Beweis.
Komplettiert wird das Wettkampffeld durch die „E-Mannschaften“ mit den pädagogischen Fachkräften aus Johanniter-Kindertagesstätten und Ganztagsschulen.
Sechs Themenstände boten unter dem Motto „Ideen teilen. Zukunft formen“ Zeit zum Austausch, unter anderem über Angebote wie die internen Schutz- und Fürsorgekonzepte (Kinderschutz) oder das betriebliche Gesundheitsmanagement. Auch die Johanniter-Jugend und Dozenten aus dem Bereich der Freiwilligendienste informierten über ihre Arbeit.
Die Ergebnisse der teilnehmenden Ortsverbände (OV) beim Landeswettkampf 2026 (Plätze 1-3):
Kategorie A-Mannschaften (Sanitätshelfende ab 16 Jahren):
1. OV Hannover-Wasserturm
2. OV Jeverland
3. OV Wunstorf-Steinhuder Meer
Kategorie B-Mannschaften (12 -19 Jahre, inkl. Schulsanitätsdienst):
1. OV Landesbergen II
2. OV Landesbergen I
3. OV Garrel
Kategorie C-Mannschaften (6 bis unter 12 Jahre):
1. OV Oldenburg
2. OV Bremerhaven/Cuxhaven
Kategorie E-Mannschaften (Pädagogische Fachkräfte Kita und Ganztag):
1. OV Hannover-Wasserturm – Rettungsvögel (Bestleistung mit 96,88 Punkten!)
2. OV Hannover-Wasserturm – Die Pflasterbande
3. OV Hannover-Wasserturm – Die Chaos-Sanis
Kategorie H-Mannschaften (Rettungshundestaffeln):
1. OV Hannover-Wasserturm
2. OV Osnabrück
3. OV Einbeck
Kategorie S-Mannschaften (aktiv Helfende ab 16 Jahre aus dem Rettungsdienstbereich):
1. OV Osnabrück
2. OV Hannover-Wasserturm I
3. OV Hannover-Wasserturm III
Für den Regionalverband Niedersachsen Mitte haben sich die vielen ehrenamtlichen Trainingsstunden und der entschlossene Einsatz im Wettkampf diesmal besonders ausgezahlt: Die Johanniter aus dem Großraum Hannover wurden mit vier ersten Plätzen belohnt, drei Mannschaften holten Silber, drei weitere Bronze.
Besonderen Applaus bekam die Gastmannschaft aus Griechenland. Sie war als Austauschpartner des Erasmus+-Projekts der Johanniter-Akademie eingeladen worden, trat in der Kategorie A (Sanitätshelferinnen und -helfer ab 16) an, lief dort aber außerhalb der Wertung.
Bild links: Die vielen authentisch wirkenden Notfallsituationen, in denen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gefordert waren, wurden durch zahlreiche Mimen des RUD-Teams (Realistische Unfall- und Notfalldarstellung) der Johanniter-Akademie Niedersachsen/Bremen ermöglicht. Verletzungen wurden hier durch Spezialschminke wirklichkeitsnah nachgebildet, die entsprechenden Verhaltensmuster der „Unfallopfer“ machten die Szenarien endgültig glaubwürdig.
Bild rechts: Niedersachsens Landtagsvizepräsidentin Barbara Otte-Kinast (CDU) konnte sich auf einem VIB-Rundgang bei verschiedenen Wettkampf-Szenarien einen Eindruck verschaffen und sagte: „Der Tag der Johanniter zeigt eindrucksvoll, mit welcher Professionalität, Leidenschaft und Teamstärke die Retterinnen und Retter der Johanniter ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen!“
Ministerpräsident Olaf Lies schickte eine Grußbotschaft: „Dieser Anlass bietet eine hervorragende Gelegenheit, die Arbeit und das große Engagement der Johanniterinnen und Johanniter zu würdigen. Insbesondere im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit, die eine zentrale Rolle für die Zukunftsfähigkeit und Nachhaltigkeit Ihrer Organisation einnimmt, fördern Sie junge Menschen durch gezielte Aus- und Weiterbildung und die Vermittlung von Werten wie Solidarität, Verantwortung und Teamgeist sowie die praktische Vorbereitung auf den Einsatz in Not- und Krisensituationen.“
Zusammen mit Gästen und Schlachtenbummlern waren rund 700 Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie Gäste vor Ort. 150 Personen wirkten mit in den Aufbauteams und Projektgruppen als Schiedsrichter, Maskenbildner und „Verletzte".
Ute Micha, PreDiNo / Sigrid Lappe, HaWo / Fotos Johanniter (JU)




