Autonomes Busprojekt „albus“ fährt weiter durch Burgdorf
Vorzeigeprojekt wird verlängert, Strecke wird ausgeweitet

Auch im kommenden Jahr autonom unterwegs.


Der Testbetrieb des autonomen Linienbusses „albus“ wird verlängert, die Region Hannover führt das Projekt auch im Jahr 2026 fort. Die entsprechenden Freigaben des Kraftfahrtbundesamtes sind jetzt eingetroffen, sodass noch vor der Weihnachtspause klar ist, dass der deutschlandweit einmalige Verkehrsversuch weitergehen kann.

„Das sind sehr gute Nachrichten, die uns in der Region Hannover stolz machen können“, sagt Regionspräsident Steffen Krach. „Das Projekt hat inzwischen weit über die Region Hannover hinaus seine Wirkung gezeigt. Von Hamburg bis Tokio haben sich Experten ein Bild gemacht, um zu sehen, was hier möglich ist. Deswegen freue ich mich sehr, dass es auch im kommenden Jahr weitergehen kann.“

Seit dem Anmeldungsstart am 15. September dieses Jahres haben sich über 1.300 Personen für den Testbetrieb registriert, rund 630 sind mit dem Bus gefahren. Begleitet wird das Projekt durch eine wissenschaftliche Befragung zur Akzeptanz von autonomen Fahrzeugen im Allgemeinen und dem Fahrerlebnis im „albus“ im Speziellen.

 

Verkehrsdezernent Ulf-Birger Franz: „Die ersten Tendenzen der Befragung zeigen eine klare Richtung. Die Menschen, die mitgefahren sind, vertrauen der Technologie und fühlen sich nach der Fahrt darin bestätigt. Viele berichten, dass sie nach wenigen Minuten gar nicht mehr gemerkt haben, dass gerade kein Mensch fährt – das sind wichtige Erkenntnisse. Grundsätzlich funktioniert die Technik sehr gut, die Geschwindigkeit des Fahrzeugs wird kontinuierlich gesteigert. Die Menschen haben im albus ein gutes Fahrerlebnis.“

Viele Befragte gehen zudem davon aus, dass autonome Fahrzeuge den öffentlichen Nahverkehr verbessern können und auf Sicht in den Alltag einziehen werden. ÜSTRA-Arbeitsdirektorin Denise Hain berichtet: „Auch das anwesende Personal wird als wichtige Instanz für Auskünfte und zum Eingreifen in ungewöhnlichen Situationen geschätzt. Der Faktor Mensch spielt also nach wie vor eine große Rolle. Deswegen ist es richtig und wichtig, dass unsere Fahrer die Menschen auch kommunikativ abholen und für Fragen offen sind.“


Und so geht es mit dem autonomen Busprojekt „albus“ im Jahr 2026 weiter:

Mit der nun feststehenden Verlängerung läutet die Region Hannover gemeinsam mit der ÜSTRA die nächste Phase des Projektes ein. ÜSTRA-Vorständin Elke van Zadel erklärt: „Nun werden wir den autonomen Betrieb stärker an den realen Linienverkehr annähern. Dazu zählen eine regelmäßigere Taktung, angepasste Fahrtzeiten sowie Optimierungen bei den Fahrgastleitsystemen.“ Auch Ein- und Ausstiege sind im Verlaufe der Fahrt möglich. Der Bus wird ab 13. Januar im Stundentakt zwischen 8.50 Uhr und 16.50 Uhr unterwegs sein. Die tagesaktuellen Fahrtzeiten und Streckenverläufe werden auf www.uestra.de/albus aktualisiert. Dort finden sich auch alle Informationen zur Registrierung bei dem Projekt.


Zum Einsatz kommt weiterhin der acht Meter lange Elektrobus des Herstellers KARSAN mit Technologie des Partners ADASTEC. Das Fahrzeug ist für den Mischverkehr zugelassen, fährt bis zu 40 km/h, bietet 22 Sitzplätze und erreicht eine Reichweite von bis zu 300 Kilometern. Auf der Teststrecke in Burgdorf werden elf Haltestellen, zehn Ampelkreuzungen sowie typische urbane Verkehrssituationen bedient. Der Betrieb erfolgt auf Basis einer Level-4-Genehmigung des Kraftfahrt-Bundesamtes, begleitet von Fahrpersonal und technischer Aufsicht an Bord.


Das Projekt wird vom Bundesministerium für Verkehr (BMV) aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages mit rund 3,7 Mio. Euro gefördert und fortlaufend weiterentwickelt.

 

Ute Micha, PreDiNo / Sigrid Lappe, HaWo / Fotos ©  Region Hannover, Philipp Schröder