VW-Belegschaft kritisiert:
"desaströse Kommunikation" des Vorstands
Laut einer internen Umfrage bei der Volkswagen-Belegschaft geht die VW-Belegschaft hart mit der Außendarstellung des Unternehmens durch den Vorstand ins Gericht! Denn wegen der "desaströsen Kommunikation nach außen durch den Vorstand" seien die Mitarbeiter und somit auch deren Familien "verunsichert und verängstigt", heißt es in einem Internet-Artikel.
Denn in der vom Betriebsrat initiierten Online-Erhebung zur Stimmungslage habe die Belegschaft in der vergangenen Woche (17. bis 21. August 2026) im Internet des Unternehmens die Möglichkeit gehabt, Kritik und Erwartungen an Konzernchef Oliver Blume und den restlichen Vorstand zu formulieren. Des Weiteren habe zu dem Aufruf die Möglichkeit bestanden, per Like Zustimmung für die jeweiligen Vorschläge zu signalisieren.
Am Ende hatten über 100 Fragen zur Auswahl gestanden. Zusammengefasst thematisierten die Top fünf Fragen demnach folgende Aspekte: Kritik an der Kommunikation des Konzernvorstandes, Angst der Belegschaft um ihre Arbeitsplätze, die Zukunft sozialverträglicher Abbauhebel sowie von Altersteilzeit und Aufhebungsverträgen, sowie die Perspektiven für die Werke Emden, Hannover, Neckarsulm, Osnabrück und Zwickau sowie die Strategie für Kundenvertrauen, Zukunftsprodukte und die Abläufe in der eigenen Organisation.
Dabei hatten die Top fünf eine dreistellige Zahl an Likes erreicht, was für das Intranet Spitzenwerte bedeutet.
Der Konzern kämpft mit hohen Kosten und einem schwierigen Umfeld. Denn die VW-Führung will die Kosten senken und die Wettbewerbsfähigkeit verbessern. Belegschaft, Gewerkschaften und Politik bangen um Zehntausende Arbeitsplätze und um die genannten Standorte.
"Die Lage ist mehr als kritisch", sagte Blume jüngst in einem Interview, das im Intranet des Unternehmens veröffentlicht wurde und der dpa vorliegt. Blume zufolge verdient VW zu wenig, um damit die Zukunft finanzieren zu können. Bisherige Einsparungen reichten nicht aus. "Wir sind überdimensioniert. Das macht uns oft zu langsam und zu kompliziert", erklärte VW-Boss Oliver Blume das Problem.
Erste Antworten auf die Fragen und Reaktionen auf die Kritik könnte der Konzernvorstand in den kommenden Tagen liefern. Gleich nun außerordentliche Betriebsversammlungen stehen bei VW auf dem Programm. Die erste Betriebsversammlung findet am Dienstag, 25.08.2026 in Wolfsburg statt.
Ute Micha, PreDiNo / Sigrid Lappe, HaWo / Foto Sigrid Lappe
