Stadt Hannover übergibt Zertifikate:
Antidiskriminierungs-Teams nehmen ihre Arbeit auf
Strukturen zu schaffen, um Antidiskriminierungsarbeit langfristig im Bildungsbereich zu verankern und zu verbessern, das ist das Ziel des Projekts „A-Teams“ (kurz für Antidiskriminierungs-Teams). Dabei stehen Antidiskriminierung, Abbau von Zugangsbarrieren sowie Förderung und Sichtbarkeit von Diversität im Mittelpunkt.
Nach mehreren Schulungen im Herbst 2025, koordiniert durch die städtische Antidiskriminierungsstelle (AD-Stelle), sind die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler sowie Studenteninnen und Studenten jetzt Ansprechpersonen für Betroffene von Diskriminierung in ihren jeweiligen Bildungseinrichtungen. Über dreißig junge Menschen erhielten die Zertifikaten aus der Hand von Oberbürgermeister Belit Onay und der Dezernentin für Soziales und Integration Sylvia Bruns.

Die neuen Antidiskriminierungs-Teams mit Oberbürgermeister Belit Onay sowie Sozial- und Integrationsdezernentin Sylvia Bruns auf der Treppe in der Halle des Neuen Rathauses (vorn im Bild) von links nach rechts): OB Belit Onay und Sylvia Bruns, Dezernentin für Soziales und Integration.
Foto LHH
Schirmherr des Projektes Oberbürgermeister Belit Onay, unterstrich in seiner Rede bei der Zertifikatsübergabe die Bedeutung des städtischen Antidiskriminierungsprojektes: „Die A-Teams leisten einen großen Beitrag, um an Schulen und Hochschulen eine Kultur zu etablieren, bei der Menschen über Diskriminierungserfahrungen sprechen und Betroffene wissen, wem sie sich anvertrauen können.“
Onay betonte, dass es eine gesamtgesellschaftliche Ausgabe ist, Diskriminierungen im Alltag abzubauen: „Dazu gehört auch, dass jede und jeder einzelne von uns eigene Diskriminierungsmuster erkennt und kritisch reflektiert.“ Er bedankte sich für die Bereitschaft der A-Teams, sich mit Diskriminierungen auseinanderzusetzen, neue Umgangsweisen zu erlernen und diese auch weiterzutragen. Damit seien sie Vorbilder für die Einwohnerinnen und Einwohner von Hannover. Ebenso ging ein herzlicher Dank an die Lehrkräfte, Schulleiterinnen und -leiter, Ansprechpartnerinnen und -partner sowie Unterstützerinnen und Unterstützer in Bildungseinrichtungen sowie an die städtische Antidiskriminierungsstelle als Koordinatorin des Projektes.
Das A-Team-Projekt entstand im Jahr 2020, gefördert wurde es durch den Gesellschaftsfonds Zusammenleben (GFZ) der Landeshauptstadt Hannover (LHH). Daran beteiligt waren die WIR 2.0 AG Postmigrantisch und das Netzwerk Generation Postmigration e.V.
Die Maßnahme startete Ende 2021 vorzeitig als Projekt durch die WIR 2.0 AG Jugend. Im Jahr 2023 wurde die Koordination des Projekts an die AD-Stelle übertragen, die im Sozialdezernat der LHH verankert ist. Seinerzeit nahmen neun Bildungseinrichtungen teil.
Im Fokus des Projekts steht der Austausch zwischen den betroffenen jungen Menschen und den geschulten Mitgliedern der A-Teams, damit Betroffenen ein zeitnaher und niedrigschwelliger Zugang zu Unterstützung vor Ort angeboten werden kann. Hierzu werden meist jeweils drei Schülerinnen oder Schüler bzw. Studentinnen oder Studenten aus den Bildungseinrichtungen durch externe Expertinnen oder Experten, zu unterschiedlichen Diskriminierungsmerkmalen, Jugendarbeit und gewaltfreier Kommunikation geschult.
Die so geschulten Mitglieder der A-Teams können als Multiplikatorinnen bzw. Multiplikatoren ihr neu erworbenes Wissen sowohl an Mitschülerinnen und Mitschüler bzw. Kommilitoninnen oder Kommilitonen als auch Lehrkräfte weitergeben. Sie tragen hierdurch zu mehr Sensibilität für diese Themen an ihrer Bildungseinrichtung bei.
Begleitet werden die A-Teams an ihrer Bildungseinrichtung durch eine Koordinatorin bzw. Koodinator, meist Lehrkräfte und Sozialarbeiterinnen und -arbeiter. Die AD-Stelle der LHH steht mit jeder Bildungseinrichtung in regelmäßigem Austausch und allen Beteiligten während der Projektdauer unterstützend zur Seite.
Aktuell nehmen achtzehn Einrichtungen aus unterschiedlichen Bildungsbereichen als Kooperationspartner*innen am Projekt teil.
Ute Micha, PreDiNo / Sigrid Lappe, HaWo / Titelfoto Matthias Falk, hannover_fotografie
