Strategischer Ankauf und kulturpolitisches Signal
Sprengel Museum sichert sich Werke von Teresa Solar Abbound
Dem Sprengel Museum Hannover ist ein bedeutender Ankauf gelungen: Das Museum übernimmt die monumentale Skulptur „Tunnel Boring Machine (Atlantic Ridge Multiplicity)“ von Teresa Solar Abboud in seine Sammlung. Das Werk entstand eigens für ihre erste große Einzelausstellung im deutschsprachigen Raum im Kunstverein Hannover – und bleibt nun dauerhaft der Landeshauptstadt erhalten.
Möglich wurde der Ankauf durch die großzügige Spende von Gisela Sperling, Kunstmäzenin und Betreiberin des hannoverschen „kunstraum friesenstrasse“. Mit diesem Erwerb positioniert sich das Sprengel Museum frühzeitig und strategisch mit dem Werk einer Künstlerin, die international als eine der markanten Stimmen ihrer Generation wahrgenommen wird.

:Andre Germar, Kunstverein Hannover, Ausstellung Teresa Solar Abboud „Self-Portrait as a Pregnant Woman“, 2026. (v. links n. rechts) Reinhard Spieler (Direktor Sprengel Museum Hannover), Frauke Wandrey (Vorsitzende des Vorstands Kunstverein Hannover), Carlota Gómez (Ko-Kuratorin der Ausstellung), Gisela Sperling (Mäzenin), Stefan Becker (Vorstandsvorsitzender Sprengelfreunde), Christoph Platz Gallus (Direktor Kunstverein Hannover und Ko-Kurator der Ausstellung)
Der Ankauf ist mehr als eine Sammlungserweiterung: Er ist ein klares Bekenntnis zur Gegenwartskunst und zur aktiven Mitgestaltung internationaler Entwicklungen. Während viele Institutionen auf bereits festgelegte Positionen reagieren, handelt das Sprengel Museum bevor Marktmechanismen Werke dieser Größenordnung für öffentliche Häuser unerreichbar machen.
Ermöglicht wurde der Erwerb durch eine großzügige private Spende sowie durch das Engagement der Sprengel Freunde unter Leitung von Stefan Becker. Über die Höhe des Kaufpreises wurde Stillschweigen vereinbart.
Das Werk wurde für die Ausstellung „Self-Portrait as a Pregnant Woman“ im Kunstverein Hannover (29.11.2025–1.3.2026) eigens produziert.
Damit ist Hannover nicht nur Präsentationsort, sondern Produktions- und Ankerpunkt eines internationalen Œuvres.
Die Kooperation zwischen Kunstverein und Sprengel Museum zeigt exemplarisch, wie kuratorische Initiative und Sammlungspolitik ineinandergreifen können: Der Kunstverein ermöglichte die erste große institutionelle Ausstellung im deutschsprachigen Raum – das Museum sichert ein Schlüsselwerk dauerhaft für die Öffentlichkeit.
Für die Stadt und die Region bedeutet dieser Ankauf ein starkes Signal: Internationale Gegenwartskunst wird hier nicht nur temporär ausgestellt, sondern langfristig verankert.
ZITATE:
„Es ist ein Glücksfall, wenn sich private Sammler engagieren und bereit sind, ihre Leidenschaft mit allen zu teilen und die Kunst allen zugänglich zu machen, indem sie sie einem öffentlichen Museum schenken oder zur Verfügung stellen. Eine solche Geste führte zur Gründung des Sprengel Museums, und es macht mich glücklich, dass Gisela Sperling diese wundervolle Tradition fortsetzt. Hannover kann sich glücklich schätzen angesichts solch engagierter Kunstbürgerinnen!“, so Reinhard Spieler, Direktor Sprengel Museum Hannover.
Christoph Platz-Gallus, Direktor Kunstverein Hannover: „Es freut uns sehr, dass diese Arbeit, von wirklich außergewöhnlich hoher künstlerischer Qualität, in die hochkarätige Sammlung des Sprengel Museums Hannover geht. Die Arbeit entstand für unsere Ausstellung in Hannover, und es ist ein Glücksfall, dass sie der Öffentlichkeit erhalten bleibt. So zeigt sich, wie eng Produktion, Präsentation und Sammlungspolitik zusammenwirken können.“
Gisela Sperling, Mäzenin: „Mich überzeugt an Teresa Solar Abboud die Originalität ihrer ganz eigenen Formensprache und die Präsenz ihrer Arbeiten. Dass dieses monumentale Werk nun dauerhaft öffentlich zugänglich bleibt, war mir ein zentrales Anliegen. Ich möchte andere private Förderinnen und Förderer ermutigen: Durch gezielte Ankäufe, die von den Fachleuten aus den Institutionen wie dem Kunstverein Hannover, dem Sprengel Museum und den Sprengel Freunden begleitet werden, können solch großartige Arbeiten der Stadt erhalten bleiben.“
Stefan Becker, Vorstandsvorsitzender der SPRENGEL FREUNDE: „Solche Momente entstehen nur, wenn Vertrauen, Netzwerk und Entschlossenheit zusammenkommen. In Hannover gibt es eine starke Gemeinschaft von Förderinnen und Förderern, die bereit ist, Verantwortung für die kulturelle Zukunft der Stadt zu übernehmen. Dass wir dieses Schlüsselwerk gemeinsam ermöglichen konnten, ist ein starkes Signal: Bürgerschaftliches Engagement kann internationale Maßstäbe setzen.“
Teresa Solar Abboud, Künstlerin: "Ich fühle mich sehr geehrt durch die Begeisterung und den Respekt, mit denen Hannover meine Arbeiten aufgenommen hat, was nun mit diesem bedeutenden Ankauf einen Höhepunkt findet. Es macht mich überaus glücklich, mit dieser Arbeit in die Sammlung des Sprengel Museums einzutreten, die auch das Werk von Niki de Saint Phalle bewahrt. Ich empfinde mich als dankbare Erbin ihrer Stärke und ihres Mutes und freue mich sehr darauf, neue Dialoge mit ihr und den vielen anderen großartigen Positionen der Sammlung des Museums eröffnen zu können.“
Ute Micha, PreDiNo / Sigrid Lappe, HaWo / Abb,: Sprengel Museum Hannover
