OsterTanzTage 2026 an der Staatsoper Hannover
Vom 28. März bis 6. April 2026 ist Hannover in eine pulsierende Tanzmetropole
Seit über zwei Jahrzehnten haben die OsterTanzTage in der Staatsoper Hannover ihre Heimat und strahlen mit ihrem vielfältigen Programm weit über die Grenzen der Landeshauptstadt hinaus. Das Tanzfestival wird erstmals vom neuen Ballettdirektor Goyo Montero kuratiert .
Bild links: Montero Schwanensee, A. Charbonneau J. Aries, Foto Jesus Vallinas
Bild rechts: Montero Schwanensee, NAlcazar Sanchez ENunesJAries, Foto Jesus Vallinas
Den Auftakt bildet am 28. März die letzte Vorstellung in dieser Spielzeit von Monteros bejubelten Neudeutung des Klassikers Schwanensee. Rotbarts Geschichte.
„Mich fasziniert die Vorgeschichte zu Schwanensee. Sie ist das Herzstück meines neuen Balletts“, so Montero. In dieser ersten Uraufführung für das Staatsballett Hannover richtet er den Fokus auf die rätselhafte Figur Rotbarts und erzählt die bekannte Geschichte aus ungewohnter Perspektive. Atemberaubende Tanzbilder und psychologische Tiefenschärfe verbinden sich zu einer faszinierend abgründigen Interpretation von Tschaikowskis „Ballett der Ballette“.
Begleitet wird die Reihe der Ostertanztage von Filmen im Kino im Künstlerhaus
Internationale Gastspiele im Opernhaus
Am Dienstag, 31. März 2026,19:30 Uhr, ist mit der Compañía María Pagés erstmals eine der renommiertesten Flamenco-Compagnien Spaniens in Hannover zu Gast. In De Scheherazade verbindet die Choreografin María Pagés - die unter anderem mit dem Prinzessin-von-Asturien-Preis ausgezeichnet wurde und in Spanien als eine lebende Legende gefeiert wird - Flamenco und zeitgenössischen Tanz zu einem ausdrucksstarken Tanztheater über die Kraft und Widersprüche einer Frau. Die Musik von Rubén Levaniegos schafft dabei einen eindrucksvollen Dialog zwischen Flamenco, klassischen und marokkanischen Klängen.
Am Donnerstag, 2. April 2026, 19:30 Uhr, folgt mit La Ecuación ein Gastspiel der kubanischen Compagnie Acosta Danza, gegründet 2015 von Startänzer Carlos Acosta. Das Ensemble überschreitet stilistische Grenzen zwischen klassischem Ballett, kubanischen Tanztraditionen und zeitgenössischer Bewegungssprache. Präsentiert werden Choreografien von George Céspedes, Javier de Frutos, Sidi Larbi Cherkaoui und Pontus Lidberg – ein kraftvolles Panorama internationaler Handschriften.
Zusätzlich zu den Vorstellungen im Opernhaus werden Workshops mit den Gastkompanien stattfinden.
Jubiläumsgala: 40 Jahre Internationaler Wettbewerb für Choreographie Hannover
Am Ostersonntag, 5. April 2026 (18:30 Uhr), wird das Opernhaus zum festlichen Zentrum der internationalen Tanzszene:
Mit einer großen Jubiläumsgala feiert die Staatsoper und das Staatsballett Hannover in Kooperation mit der Ballett Gesellschaft Hannover das 40-jährige Bestehen des internationalen Wettbewerbs für Choreographie Hannover – weltweit einer der langlebigsten und renommiertesten Wettbewerbe des choreographischen Nachwuchses.
Rund 500 Bewerbungen aus nahezu 60 Nationen unterstreichen Jahr für Jahr die Strahlkraft dieses Formats. Viele der einstigen Preisträgerinnen und Preisträger prägen heute maßgeblich die internationale Tanzlandschaft. Die Jubiläumsgala vereint nun aktuelle Arbeiten dieser prägenden Stimmen zu einem ebenso vielfältigen wie hochkarätigen Programm.
So ist unter anderem eine Choreografie von Marcos Morau zu erleben, Artistic Director von La Veronal in Barcelona und jüngst als „Choreograph des Jahres“ ausgezeichnet. Mit Millenials für die MiR Dance Company Gelsenkirchen steht seine unverwechselbare, bildmächtige Handschrift für eine ebenso präzise wie poetische Auseinandersetzung mit Gegenwartsthemen.
Edward Clug, Artist in Residence beim Ballett Dortmund und Direktor des Ballet Maribor, präsentiert mit einem Ausschnitt aus Radio&Juliet eine seiner international erfolgreichsten Arbeiten. Das hannoversche Publikum konnte ihn in der vergangenen Spielzeit mit Peer Gynt erleben.
Weitere renommierte Preisträgerinnen und Preisträger gestalten den Abend:
Stephan Thoss (Preisträger 1990), heute Ballettintendant am Nationaltheater Mannheim, mit Shakespeare & Love
Gregor Zöllig (Preisträger 1996), Ballettdirektor des Staatstheaters Braunschweig, mit Das Rauschen der Stadt
Honji Wang & Sébastien Ramirez (Preisträger 2012) mit A l’Origine für WangRamirezDance Paris.
Eyal Dadon (Preisträger 2015) mit Shuv für Tanz Kassel
Sofia Nappi (Preisträgerin 2021), Artistic Director von KOMOCO Florenz, mit The Fridas
Tu Hoang (Preisträger 2020 & 2023) mit A Thousand Steps to Silence für Of Curious Nature Bremen
Als Gastgeber des Abends darf selbstverständlich auch Goyo Montero nicht fehlen. Der Ballettdirektor der Staatsoper Hannover steuert mit 'It’s allright, Ma' eine eigene Arbeit bei und setzt damit einen kraftvollen Akzent im Spannungsfeld zwischen klassischer Form und zeitgenössischer Ausdruckskraft.
Die Gala versteht sich nicht nur als festlicher Rückblick, sondern als lebendiger Beweis für die nachhaltige Wirkung des Wettbewerbs: Hier begegnen sich unterschiedliche Ästhetiken, Generationen und kulturelle Hintergründe – vereint durch die gemeinsame Geschichte eines Wettbewerbs, der seit vier Jahrzehnten Karrieren ermöglicht, künstlerische Handschriften sichtbar macht und Hannover dauerhaft auf der internationalen Tanzlandkarte verankert hat.
Tanz im Kino – Rahmenprogramm im Künstlerhaus
Das Kommunale Kino im Künstlerhaus begleitet die OsterTanzTage mit einem vielfältigen Filmprogramm. Gezeigt werden unter anderem:
Flamenco (1995) von Carlos Saura – eine furiose Hommage an die Kunstform Flamenco, u. a. mit María Pagés (1. April, 18:00 Uhr).
Germaine Acogny – Die Essenz des Tanzes (Filmpremiere, 3. April, 16:00 Uhr) – ein Porträt der „Mutter des zeitgenössischen afrikanischen Tanzes“ mit anschließendem Publikumsgespräch.
Yuli (3. April, 18:00 Uhr) von Icíar Bollaín – die bewegende Lebensgeschichte von Carlos Acosta.
Steppenwolf (4. April, 18:00 Uhr) von Goyo Montero & Hans Hatulla mit anschließendem Gespräch mit dem Ballettdirektor.
Tickets für die Filmvorführungen sind ausschließlich über die Kinokasse erhältlich.
Generation TANZ – Open Stage
Am Ostermontag, 6. April 2026, 18:00 Uhr, wird die große Bühne des Opernhauses erneut zur generationsübergreifenden Open Stage. Unter dem Titel Generation TANZ präsentieren Tanzgruppen aus Hannover und Umgebung die beeindruckende Vielfalt der lokalen Szene – von Contemporary und Hip-Hop über Ballett und K-Pop bis hin zu traditionellen Tänzen verschiedener Kulturen. Eine Fachjury sowie das Publikum vergeben Preisgelder im Gesamtwert von 1.000 Euro.
OsterTanzTage 2026 28. März – 6. April 2026
Einführungen jeweils 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn und bei ausgewählten Veranstaltungen mit Nachgespräch.
Ute Micha, PreDiNo / Sigrid Lappe, HaWo


