Dietrich-Bonhoeffer-Klinik soll zum 30. Juni 2026 geschlossen werden,

NLS sieht bei Schließung der Klinik in Ahlhorn Versorgungslücke

 

Aufgrund einer nicht auskömmlichen Finanzierung wird die Dietrich-Bonhoeffer-Klinik in Ahlhorn zum 30. Juni 2026 den Betrieb einstellen. Die Klinik ist die bundesweit größte Einrichtung zur Behandlung suchterkrankter Kinder und Jugendlicher nach abgeschlossenem Entzug.

Das Klinikaus verschärft die angespannte Versorgungssituation suchtkranker Kinder und Jugendlicher. Der Verlust von 60 Behandlungsplätzen kann nicht durch andere Einrichtungen kompensiert werden. Schon jetzt steht nur ein beschränktes Angebot für die Zielgruppe zur Verfügung. Aufgrund von Entwicklungen wie der steigenden psychischen Belastung junger Menschen und der zunehmenden missbräuchlichen Einnahme opioidhaltiger Medikamente geht die Niedersächsische Landesstelle für Suchfragen (NLS) von einem eher steigenden Bedarf für derartige Behandlungsangebote aus.

Nach Einschätzung der NLS bedarf es insbesondere im Bereich der Behandlung von Kindern und Jugendlichen vermehrter zielgruppenspezifischer Angebote. Eine Behandlung in den regulären Rehabilitationseinrichtungen ist nicht zielführend. Die frühzeitige und spezialisierte Intervention hilft den Kindern und Jugendlichen, wieder Kontrolle und Sinnhaftigkeit für sich zu erlangen. Sie kann einer Chronifizierung der Suchterkrankung vorbeugen. Diese mögliche Chronifizierung verursacht nicht nur Schaden für die betroffene Person und deren soziales Umfeld. Sie macht die Entstehung weiterer und wesentlich höherer Kosten für die Gesellschaft durch Ausgaben wie beispielsweise für weitere medizinische Behandlungen und ggf. die Zahlung von Transferleistungen wahrscheinlicher.

Eine Weiterführung des Behandlungsangebots für diese Zielgruppe ist nach Ansicht der NLS sowohl aus menschlicher als auch aus wirtschaftlicher Sicht geboten – für die Betroffenen, deren Umfeld und die Gesamtgesellschaft.



 Ute Micha, PreDiNo / Sigrid Lappe, HaWo