Aktion Katzenkastration startet am 5. November 2026
Mehr als 200.000 Euro stehen für die kostenfreie Kastration freilebender Hauskatzen zur Verfügung.
Land Niedersachsen stellt knapp 70.000 Euro bereit.
Das Land Niedersachsen setzt sein Engagement gegen die unkontrollierte Vermehrung freilebender Hauskatzen fort. Die landesweite Katzenkastrationsaktion 2026 findet vom 5. November bis voraussichtlich zum 15. Dezember statt. Tierschutzvereine, Tierheime und ehrenamtliche Futterstellenbetreuerinnen und -betreuer können in diesem Zeitraum freilebende Hauskatzen, sogenannte Streunerkatzen, in teilnehmenden Tierarztpraxen kostenfrei kastrieren lassen.
In den vergangenen acht Jahren konnten im Rahmen der landesweiten Kastrationsaktionen rund 21.000 Streunerkatzen kastriert werden. Die diesjährige Aktion wird wieder federführend vom Deutschen Tierschutzbund Landestierschutzverband Niedersachsen e. V. begleitet. Tierarztpraxen, die sich beteiligen möchten, erhalten in Kürze weitere Informationen.
Dazu sagt die Staatssekretärin des Landwirtschaftsministeriums, Frauke Patzke:
„Wir wollen das Leid freilebender Katzen in Niedersachsen wirksam verringern. Mit der landesweiten Kastrationsaktion leisten wir nicht nur einen wichtigen Beitrag zum Tierschutz, sondern entlasten zugleich viele ehrenamtliche Helferinnen und Helfer, die sich täglich um die Streunerkatzen kümmern. Gleichzeitig sind auch die Katzenhalterinnen und -halter gefragt: Wer seine Katze bereits vor dem ersten Freigang kastrieren lässt, trägt entscheidend dazu bei, unkontrollierte Vermehrung und damit weiteres Tierleid zu verhindern.“
Und die Niedersächsische Landestierschutzbeauftragte, Dr. Julia Pfeiffer-Schlichting:
„Jährliche Kastrationsaktionen von Freigängerkatzen können langfristig ihre Wirkung nur entfalten, wenn auch die in menschlicher Obhut gehaltenen Freigängerkatzen kastriert werden. Um langfristig wirksame Verbesserungen zu erreichen, ist eine landesweite Katzenverordnung mit verpflichtender Kennzeichnung, Registrierung und Kastration von Freigängerkatzen erforderlich. Ohne verbindliche Regelungen kämpfen die Katzenschützerinnen und -schützer vielerorts einen kaum zu gewinnenden Kampf gegen das Anwachsen der Streunerkatzenpopulation und das damit verbundene Tierleid.“
Das Land Niedersachsen stellt für die diesjährige Kastrationsaktion knapp 70.000 Euro bereit. Gemeinsam mit dem Deutschen Tierschutzbund e.V., dem Verband Niedersächsischer Tierschutzvereine e.V., dem Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V., TASSO e.V., Vier Pfoten e.V. sowie einem seiner Mitgliedsvereine stockt der Landestierschutzverband Niedersachsen e.V. den Betrag auf, so dass in diesem Jahr mehr als 200.000 Euro für diese Kastrationen zur Verfügung stehen. Da der Bedarf jedoch sehr hoch ist, könnten die bereitgestellten Mittel wie bereits in den vergangenen Jahren innerhalb kurzer Zeit ausgeschöpft sein.
Unkastrierte Katzen mit Freigang aus Privathaushalten tragen wesentlich zur Vermehrung der Streunerkatzenpopulation bei. Die Folgen sind erhebliches Tierleid sowie eine zunehmende Belastung der Tierheime und Kommunen. Katzenhalterinnen und -halter sind daher aufgerufen, ihre Tiere vor dem ersten Freigang kastrieren zu lassen.
Aus Sicht des Landes ist die Fortführung der Kastrationsaktionen ein wichtiger Beitrag zur Eindämmung der Streunerkatzenpopulation und kann eine künftige landesweite Katzenverordnung sinnvoll flankieren. Die Katzenverordnung selbst kann mittelfristig dazu beitragen, die Tierheime zu entlasten und die Kosten für die Kommunen zu senken.
Ute Micha, PreDiNo / Sigrid Lappe, HaWo / Fotos © Matthias Falk, hannover_fotografie
