Niedersachsen erwirbt „Ronja Ruteplate“


Neues Mehrzweckschiff zur Bekämpfung von Ölhavarien an den Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) übergeben. Wilhelmshaven wird Heimathafen für das Spezialschiff „Ronja Ruteplate“.


 Nach rund vierjähriger Bauzeit wurde das Mehrzweckschiff „Ronja Ruteplate“ am 22. Oktober 2026 am Liegeplatz in Wilhelmshaven von der SET Schiffbau- und Entwicklungsgesellschaft Tangermünde an den Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) übergeben.

 Die Taufe des unter anderem zur Ölunfallbekämpfung vorgesehenen Spezialbaus ist für Anfang 2027 geplant. Vertreterinnen und Vertreter des NLWKN und des Havariekommandos hatten das Schiff zuvor über einen längeren Zeitraum intensiv erprobt und geprüft. 

„Mit der „Ronja Ruteplate“ erhält Niedersachsen ein vielseitig einsetzbares Mehrzweckschiff, das Forschung, Vermessung und Gewässerüberwachung mit leistungsfähiger Technik zur Ölunfallbekämpfung verbindet“, so Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer. „Der Schutz unseres Weltnaturerbes Wattenmeer vor Öl- und anderen Schiffskatastrophen hat oberste Priorität. Wir alle sorgen uns regelmäßig bei Schiffshavarien mit Schweröl – wie bei der russischen Schattenölflotte oder auch großen Frachtern – um unseren einzigartigen Nationalpark. Niedersachsen fordert daher die Umstellung auf klimaneutrale, fossilfreie Schiffsantriebe und auch eine Schifffahrtsroute weiter entfernt von sensiblen Bereichen des Nationalparks Wattenmeer. Mit der 'Ronja Ruteplate' stärken wir nicht nur das Havariekommando, sondern setzen das neue Mehrzweckschiff auch zur Meeresforschung, Überwachung und Beobachtung ein.“

Zugleich werde die Einsatzvorsorge für die Bekämpfung von Schadstoffunfällen in den deutschen Küstengewässern gestärkt. Die „Ronja Ruteplate“ hat rund 21 Millionen Euro gekostet, davon ist mehr als die Hälfte der Summe aus dem niedersächsischen Umweltministerium geflossen.


„Neben sämtlichen für den Schiffsbetrieb relevanten Anlagen, Ausrüstungen und Einrichtungen standen insbesondere die technischen Systeme für Forschung, Vermessung und Gewässerüberwachung sowie die spezielle Ausrüstung zur Bekämpfung von Schadstoffunfällen im Mittelpunkt“, ergänzt Julian Nörder, Aufgabenbereichsleiter Schiffsbetrieb und Schadstoffunfallbekämpfung beim NLWKN in Norden.


Das Schiff konnte mit vorübergehenden technischen Einschränkungen in einzelnen Aufgabenbereichen übernommen werden. Die endgültige Abnahme soll bis Ende November erreicht werden. Die hierfür erforderlichen Restarbeiten werden bis dahin am Liegeplatz in Wilhelmshaven erledigt, die Taufe und der anschließende Übergang in den Regelbetrieb sind für Anfang 2027 geplant.


Ute Micha, PreDiNo /Sigrid Lappe,, HaWo / Foto Holger Dirks/NLWKN