Neue Stadtbahnen haben mehr Komfort und Platz für Fahrgäste

Der TW 4000 geht noch in diesem Jahr auf die Schiene

 

   Kein Scherz: Die Üstra hat weitere 17 Wagen vom Typ 4000 bestellt. Somit profitieren Fahrgäste von besserem Klima, moderner Technik und mehr Platz. Erste Testfahrten der insgesamt 59 neuen Bahnen sollen noch in diesem Jahr starten, der Einsatz der Fahrzeuge erfolgt dann 2027.

   Die Gesamtinvestition liegt bei rund 54,4 Millionen Euro, und den Fahrgästen wird wesentlich höherer Komfort geboten. Die neuen Bahnen sollen die grünen Stadtbahnen vom Typ 6000 ersetzen, die bereits seit den 1970er-Jahren in unserer Stadt unterwegs sind. Den Beschiuß zur Finanzierung hat jetzt der Verkehrsausschuss der Region mit großer Mehrheit beschlossen.

   Die neue Stadtbahn-Generation TW 4000 soll bereits ab Dezember 2026 durch Hannover rollen - zunächst als Testfahrten. Dann geht es ab 2027 in den Linienbetrieb. Dank der Finanzierung durch den Bund, Land und Region wurden 42 Fahrzeuge beim spanischen Hersteller Construcciones y Auxillar de Ferrocarrilies (CAF) im ersten Auftrag bestellt, jetzt folgt die zweite Bestellung mit 17 Bahnen.

   Der TW 4000, das neueste Modell der Stadtbahnen, gilt als ein kleines Technikwunder: Infrarotsensoren lassen die Türen automatisch öffnen sowie ein Mensch davorsteht. Des Weiteren sollen die Bahnen über bessere Klimaanlagen für heiße Sommer und eine effiziente Wärmepumpentechnik zum energiesparenden Heizen verfügen.

   Die Sitzplatzanzahl pro Waggon beträgt 44, das sind zwei weniger als im TW 6000. Aber der TW 4000 erhält einen größeren Mehrzweckbereich für Rollstühle, Rollatoren,Fahrräder sowie Kinderwagen.

   Material und die Form der Sitzflächen wurden bereits im vergangenen Jahr von Fahrgästen getestet. Eingebaut werden sowohl Vierer- und Dreisitzergruppen als auch Reihensitze in Fahrtrichtung. Doch wie genau sie aussehen werden, ist noch nicht endgültig beschlossen.

   Die ersten 42 Stadtbahnwagen der TW 4000 werden in Reichshofen im Elsass gefertigt, wo CAF eine Niederlassung betreibt. Und dort produziert das Unternehmen den Wagenkasten und stellt das Fahrzeug auch final fertig. Anschließend bringen Tieflader die Wagen dann nach Niedersachsen.

  Jede einzelne Bahn kostet 3,6 Millionen Euro. „In den ersten Bahnen stecken allerdings noch die Kosten für die Entwicklung", sagte Üstra-Sprecher Heiko Rehberg.

   Da diese dann bei der zweiten Bestellung entfallen, zahlen Üstra und Region für die 17 Bahnen nur noch jeweils 3,2 Millionen Euro.

   Der niedersächsische Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne (SPD) hatte schon im Dezember 2025 einen Förderbescheid über 16,2 Millionen Euro überreicht. Von der Region werden die weiteren Kosten von 38,2 Millionen Euro übernommen. Diese müssen nach Angaben der Regionsverwaltung komplett über Kredite finanziert werden, sodass die Behörde letztlich von Gesamtkosten in Höhe von 51,7 Millionen Euro ausgeht.

   Insgesamt soll der Fuhrpark auf Schienen letztlich 42 Bahnen umfassen, die grünen Wagen sollen nach dem Kauf der neuen Fahrzeuge dann endlich der Vergangenheit angehören. Aber, teilte die Region mit, für den Ersatz der weiteren Bahnen gebe es noch keine finanzielle Perspektive. D.h. für weitere Käufe fehlt bisher das Geld.

 

Ute Micha, PreDiNo / Sigrid Lappe HaWo / Foto Uestra