„Lichterleben“: Hannovers Kirchen laden
zur 12. Langen Nacht der Kirchen ein
Wenn am Freitag, 18. September 2026, die Dämmerung über Hannover hereinbricht, beginnt eine besondere Nacht: Rund 60 Kirchen und kirchliche Einrichtungen in Hannover und Seelze öffnen ab 18 Uhr ihre Türen zur 12. Langen Nacht der Kirchen, die der evangelisch-lutherische Kirchenkreis Hannover organisiert und verantwortet.
Unter dem Motto „Lichterleben“ erwartet die Besucherinnen und Besucher ein vielfältiges Programm mit mehr als 260 Veranstaltungen und fast 300 Stunden Programm.
„Lichterleben“ steht dabei für drei Perspektiven: Licht leben, lichter leben und Licht erleben. Die Lange Nacht lädt dazu ein, Kirchenräume neu zu entdecken, miteinander ins Gespräch zu kommen und sich auf ganz unterschiedliche kulturelle und spirituelle Erlebnisse einzulassen. Auf dem Programm stehen Gospel und Gregorianische Gesänge, Kabarett und Konzerte, Meditationen und Mitsingkonzerte, Vesperkirche und Vorträge sowie besondere Lichtinstallationen.

Musik, Kultur und Begegnung
Musik bildet auch in diesem Jahr einen Schwerpunkt. Zu den besonderen Programmpunkten gehören unter anderem Auftritte des Saxophonquartetts Sister Gold in der Marktkirche und Dreifaltigkeitskirche und die Hannover Harmonists in der Timotheuskirche und Marktkirche. Ein Wohnzimmerkonzert mit Stephanie und Fritz Hamburg sorgt eine besondere Atmosphäre in der St. Marien Kirche in Hainholz. Lights of Music heißt das Konzert mit Juliano Rossi, alias Oliver Perau, in der Auferstehungskirche. Und klangvoll ins Licht geht es mit dem Chor Taktvoll in der katholischen St. Augustinuskirche.
Ein keltischer Abend mit Harfenklängen von Andy Lang zwischen Himmel und Erde in der Michaeliskirche in Ricklingen sorgt für eine ganz besondere Stimmung. Die St. Petrikirche in der Südstadt lädt zu dem Konzert „Bennick triff Bartning“ ein – der Musiker setzt sich mit der Geschichte seines Urgroßvaters, dem Kirchenbaumeister Otto Bartning, auseinander.In der Gospelkirche reicht das Programm von einem offenen Gospelsingen über ein Konzert des Gospelchors Hannover bis zu einem Auftritt von Lutz Krajenski und Ken Norris. In der Evangelisch-reformierten Kirche gibt es das Kabarett Störfall und Abba-Songs.
Die katholische St. Mariakirche lädt zu Klezmermusik und Orgelkonzert ein.
Kirchen als Orte gesellschaftlicher Themen
Die Lange Nacht greift auch aktuelle gesellschaftliche Fragen auf. So gibt es unter anderem in der Markuskirche einen Workshop zum Thema Wohnungslosigkeit. In der Gethsemanekirche gibt es inhaltliche Impulse zum Thema Schöpfungszeit und Klimakrise.
Christian Titz, Cheftrainer von Hannover 96, ist zu Gast beim Mitsingkonzert mit Fritz Baltruweit in der Zachäuskirche.
In der Basilika St. Clemens gibt es ein Gesprächskonzert und Klarinettenkonzert.
Damit versteht sich die Lange Nacht nicht nur als kulturelles Ereignis, sondern auch als Einladung, über Fragen des Zusammenlebens und die Herausforderungen unserer Zeit ins Gespräch zu kommen.
Internationale Angebote
Internationale Lieder zum Mitsingen und Zuhören werden in der Bethlehemkirche in Linden angeboten.
Die Bonhoefferkirchengemeinde auf dem Mühlenberg lädt zu einem Abend der interkulturellen Begegnung mit der spanischsprachigen, koreanischen, ghanaischen und ökumenischen Gemeinde ein.
Klangwelten Persiens und englische Chormusik gibt es in der Herrenhäuser Kirche.
„Ukraine(er)leben“ ist das Thema mit Mitsing- und Malangeboten in der Dietrich-Bonhoeffer-Kirche im Roderbruch.
In der St. Wolodymyrkirchengemeinde präsentiert das ukrainische Jugendtheater Teatromania 2.0 das Stück „Atme“.
Licht schafft besondere Momente
Ein besonderer Höhepunkt ist die Lichtinszenierung in der historischen Aegidienkirche. Licht und Kirchenraum verbinden sich dort zu einem atmosphärischen Erlebnis und schaffen einen Ort zum Staunen, Innehalten und Verweilen. Auch zahlreiche weitere Kirchen gestalten ihre Räume passend zum Motto.
Von Kirche zu Kirche durch die Nacht
Die Veranstalter laden dazu ein, sich an diesem Abend auf den Weg zu machen: von Kirche zu Kirche, von Konzert zu Lesung, von Begegnung zu Momenten der Stille. Die Angebote ermöglichen es, spontan vorbeizuschauen und den Abend ganz individuell zu gestalten.
„Die Lange Nacht der Kirchen öffnet Räume, in denen das Leben pulsiert “, sagt Rainer Müller-Brandes, Stadtsuperintendent des Evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Hannover, und lädt alle Interessierten ein: „Unsere Stadt zeigt sich in dieser Nacht von einer ungewohnten Seite - voller Geborgenheit. Lassen Sie sich treiben. Hören Sie, sehen Sie, singen Sie mit. Lassen Sie sich vom Licht berühren, das in unseren Kirchen leuchtet – und nehmen Sie etwas davon mit hinaus in die Tage, die nach diesem Septemberabend kommen.“
„Die Lange Nacht lebt vom Flanieren und Entdecken“, sagt Insa Becker-Wook, Organisatorin der Langen Nacht der Kirchen, „Kommen und Gehen ist erwünscht. Wer sich auf den Weg macht, kann ganz unterschiedliche Kirchen, Menschen und Perspektiven kennenlernen. Damit setzen wir auch ein Zeichen für Verständigung und Toleranz.“
Der Eintritt zu den Veranstaltungen ist frei. Informationen zum Programm sowie eine interaktive Karte mit allen Orten gibt es unter www.lange-nacht-der-kirchen.de
Ute Micha, PreDiNo / Sigrid Lappe, HaWo
