Vom 21. Januar bis 10. Mai 2026 im Sprengel Museum Hannover
Anlass dieser Ausstellung ist die Aufnahme der Künstlerin Gabriela Jolowicz in die von der Stiftung Niedersachsen herausgegebene Buchreihe "Kunst der Gegenwart", die jährlich eine Persönlichkeit der niedersächsischen Kunstszene würdigt. Das Museum präsentiert eine Ausstellung mit zentralen Werkgruppen von Gabriela Julowicz, begleitend zur Veröffentlichung der Monografie, im Raum "Sprengel Focus". Die Ausstellung und Monografie ermöglichen einen tiefen Einblick in Jolowicz Arbeit mit dem Medium des Holzschnitts und ihre besondere Form der Bild- und Geschichtenerzählung.
Rund 50 Arbeiten versammelt die Ausstellung "Gabriela Jolowicz. Holzschnitte - Woodcuts" aus verschiedenen Werkphasen und zeigt ihre kontinuierliche Auseinandersetzung mit dem Alltag, Bildtraditionen und dem Medium des Holzschnitts. Hier ist die Präsentation nachvollziehbar, wie zum Beispiel aus Recherche, zeichnerischer Vorbereitung und handwerklicher Präzision vielschichtige Bildwelten entstehen.
Messerscharf und fabelhaft. Die Künstlerin schafft überbordende Holzschnitte, die komplexe Geschichten erzählen. Ihre Motive findet Jolowicz auf der Straße - eher im Trivialen als im Hochglanz -, im Privaten, im Internet und in der Kunstgeschichte.
Hier entstehen Schnitt für Schnitt Bilderzählungen, komponiert aus opulenten Szenen, parallelen Mikro-Storys und surrealen Eskapaden. Gabriela Julowicz arbeitet entgegen jeder Zeitökonomie im uralten Medium des Holzschnitts als Chronistin des Alltags - irrwitzig fabulierend und dabei stets topaktuell. Ja, das Buch bietet erstmals einen umfassenden Einblick in den Bilderkosmos der Künstlerin. Infografisch inszenierte Dialoge zwischen der Künstlerin und Sandra Rendgen kommentieren ausgewählte Werke. Ein kunsthistorischer Essay von Gundula Luyken verortet dann auch Jolowicz' Praxis in der Geschichte des Holzschnitts.
Kurator Stefan Gronert erläutert: "Bei Gabriela Jolowicz begegnen historische Figuren und alltägliche Szenen den Betrachtenden auf gleicher Ebene. Durch die minutiöse Darstellung alltäglicher Gegenstände richtet sie den Blick auf Details, die sonst übersehen werden. Diese Dinge sind nicht einfach 'schön', sie spiegeln Zustände, Gedanken und Beobachtungen und werden zu aktiven Elementen der Bildergeschichte. Die Kombination aus historischen Figuren, urbaner Gegenwart und Alltagsdetails eröffnet neue Beziehungen zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Alltag, lädt zu Entdeckung und Interpretation ein - und das alles mit einer bemerkenswerten Portion Humor.
Matthias Dreyer, Leiter Verwaltung Stiftung Niedersachsen sagte kurz und bündig: "Das Buch ist ein Fest".
Ute Micha, PreDiNo/Sigrid Lappe, HaWo, Fotos: © 23.01.2026 Matthias Falk - hannover_fotografie
