Interaktive Ausstellung „In/Visible Care“ zurück in Hannover
Pflege zwischen Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit
Fünf Fotografien, echte Stimmen aus der Pflege, und die Frage, warum eine so wichtige Berufsgruppe so selten zu sehen ist: Die Wanderausstellung „In/Visible Care" ist zurück in Hannover und noch bis zum 8. Mai am Campus Kleefeld der Hochschule Hannover zu besuchen. Die Ausstellung soll Pflege sichtbar machen und den öffentlichen Diskurs vorantreiben.
Pflegearbeit findet oftmals hinter geschlossenen Türen statt – in Krankenzimmern, Wohnungen, Pflegeeinrichtungen. Was dort täglich geleistet wird, bleibt der Öffentlichkeit meist verborgen. Und das will die Ausstellung „In/Visible Care" ins Bewusstsein rücken: Liegt zwischen professioneller Erfahrung und visueller Repräsentation eine Möglichkeit, ein so komplexes Thema wie Pflege zugänglicher zu machen? Wie kann konstruktiv mit Unsichtbarkeit umgegangen werden? Die Wanderausstellung der Fotografin Patricia Kühfuss, die 2023 an der Hochschule Hannover (HsH) ihren Ursprung hatte, ist nun an ihren Ausgangsort zurückgekehrt.
"Viele dieser Momente lassen sich weder fotografisch noch filmisch festhalten“, erklärt Prof. Dr. Nina Fleischmann. „Genau daraus ist die Idee für diese Ausstellung entstanden.“ Gemeinsam mit Prof. Dr. Michael Wittland und Rebecca Hassan wurde sie in Kooperation mit Patricia Kühfuss umgesetzt.
Nach der ersten Präsentation 2023 in der innovercity im Aufhof Hannover wurde die durch die Zukunftsstiftung Mensch und Gesellschaft in der GLS Treuhand sowie die Stiftung Menschenwürde und Arbeitswelt gefördert entstand – zu einer Wanderausstellung weiterentwickelt. .Und m Oktober 2025 war sie bereits an der Frankfurt University of Applied Sciences zu sehen.
Foto links: Patricia Kühfuss und Prof. Dr. Nina Fleischmannstellen das Ausstellungsprojekt vor
Foto Mitte und rechts: Die Ausstellungsmacher freuen sich über das rege Interesse und stellen sich den Fragen der Besucher
Ausgangspunkt des Projekts ist ein Perspektivwechsel: Was passiert, wenn Masterstudentinnen und -studenten der Pflege auf großformatige Fotos aus ihrem eigenen Berufsfeld schauen und laut darüber nachdenken? Genau das hat Patricia Kühfuss gemeinsam mit Studentinnen und Studenten der Studiengänge Management für Pflege- und Gesundheitsberufe (MMG) der Hochschule Hannover (HsH) sowie Bildungswissenschaften für Pflege- und Gesundheitsberufe und der TU Dresden ausprobiert. Die durch QR-Codes abrufbaren Tonaufnahmen dieser Reflexionen, persönlich und direkt aus der Praxis, wurden mit den fünf Bildern kombiniert, um so Raum zu schaffen für das, was nicht direkt zu sehen ist. Das Ergebnis ist ein interaktiver Resonanzraum statt einer klassischer Fotoausstellung: Wer die Ausstellung besucht, soll Pflege hören – und mit anderen Augen sehen.
Sichtbarkeit schafft Wert
Patricia Kühfuss, selbst Alumna des Studiengangs Fotojournalismus an der HsH, fand über persönliche Kontakte zur Pflege zu ihrem Thema, das sie nun bereits seit 2018 begleitet. „In unserer Gesellschaft ist Sichtbarkeit eng mit Wertschätzung verbunden. Gerade weil Pflege schwer abzubilden ist – und auch die Fotografie hier an ihre Grenzen stößt – wird oft unterschätzt, was dort täglich geleistet wird“, sagt sie. „In/Visible Care“ bewegt sich an der Schnittstelle von Fotografie, Pflegewissenschaft und Pflegedidaktik, und macht deutlich, dass Sichtbarkeit auch ein berufspolitischer Faktor ist.
Die Ausstellung lädt Studentinnen und Studenten, Lehrerinnen und Lehrer, Fachpersonen sowie die interessierte Öffentlichkeit dazu ein, gemeinsam über Wahrnehmung und Darstellung sich über Pflegearbeit zu informieren.
Sie ist noch bis zum 8. Mai am Campus Kleefeld der Hochschule Hannover im Erdgeschoss von Gebäude E öffentlich zugänglich.
„In/Visible Care“ noch bis 08.05. 2026 in der HsH, Fakultät V – Diakonie, Gesundheit und Soziales, Erdgeschoss von Gebäude E, Blumhardtstr. 2, 30625 Hannover
Ute Micha, PreDiNo / Sigrid Lappe, HaWo / Fotos © Patricia Kuhfuss



