Heinz Maier-Leibntiz-Preis für hannoverschen Physiker
Ein auch auf Zukunft gerichteter Preis der anspornt
Dr. Guillem Domènech Fuertes von der Leibniz Universität Hannover (LUH) erhält die wichtigste Auszeichnung für Wissenschaftler in frühen Karrierephasen
Das Wechselspiel von Gravitationswellen und primordialen Schwarzen Löchern in der Frühphase des Universums ist Schwerpunkt der Arbeiten von Dr. Guillem Domènech Fuertes.

Für seine Forschungsarbeit erhält er den Heinz Maier-Leibniz-Preis 2026.
Die Auszeichnung ist mit 200.000 Euro dotiert. Domènech Fuertes leitet eine Emmy-Noether-Gruppe am Institut für Theoretische Physik der Leibniz Universität Hannover (LUH).
Im Mittelpunkt seiner Forschungsarbeit steht die Inflations-Theorie. Diese geht davon aus, dass es nach dem Urknall eine kurze Phase einer extrem schnellen Expansion des Universums gab, die einen stochastischen (vom Zufall abhängigen) Hintergrund von Gravitationswellen erzeugt haben könnte.
Während 2015 unter Mitwirkung von Forschenden des Instituts für Gravitationsphysik der LUH erstmals Gravitationswellen aus der Verschmelzung von Schwarzen Löchern oder Neutronensternen gemessen wurden, wurde dieser Gravitationswellenhintergrund bisher nicht nachgewiesen.
Guillem Domènech Fuertes hat unter anderem gezeigt, dass in sekundären Prozessen erzeugte Gravitationswellen in der Inflations-Phase ein starkes, im Prinzip messbares Signal liefern und mit primordialen Schwarzen Löchern wechselwirken können. Seine Arbeiten erwiesen sich als wertvoll für das tiefere Verständnis der zugrundeliegenden physikalischen Prozesse und werden beispielsweise für die Interpretation der gegenwärtigen Messungen des Gravitationswellenhintergrunds mithilfe von Pulsaren verwendet.
Das Preisgeld von 200.000 Euro können die Träger des Heinz Maier-Leibnitz-Preises bis zu drei Jahre für ihre weitere Forschungsarbeit verwenden. Insgesamt waren 156 Forscherinnen und Forscher aus allen Fachgebieten vorgeschlagen worden. Verliehen werden die Preise am 11. Juni in Berlin.
Der Heinz Maier-Leibniz-Preis wird an herausragende Forscherinnen und Forscher verliehen, die sich in einem frühen Stadium ihrer wissenschaftlichen Laufbahn befinden. Die Auszeichnung soll die Preisträgerinnen und Preisträger, die noch keine unbefristete Professur innehaben, darin unterstützen und anspornen, ihre wissenschaftliche Laufbahn weiterzuverfolgen. Gewürdigt wird dabei nicht allein ihre Dissertation, sondern dass sie im Anschluss bereits ein eigenständiges wissenschaftliches Profil entwickelt haben und mit ihren Forschungsergebnissen die Fachcommunity bereichern, sodass auch in Zukunft wissenschaftliche Spitzenleistungen von ihnen erwartet werden können.
Dr. Guillem Domènech Fuertes leitet eine Emmy-Noether-Gruppe am Institut für Theoretische Physik der Leibniz Universität Hannover.
Ute Micha, PreDiNo / Sigrid Lappe, HaWo / Foto LUH
