Hannah Arendt Fellowships starten 2026
Internationale geistes- und sozialwissenschaftliche Spitzenforschung kommt nach Niedersachsen
Zehn internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften kommen im Sommersemester 2026 als erster Jahrgang der neuen Hannah Arendt Fellowships nach Niedersachsen.
Das Programm wird im Rahmen von zukunft.niedersachsen, dem gemeinsamen Förderprogramm des Wissenschaftsministeriums und der VolkswagenStiftung, zunächst für fünf Jahre mit insgesamt 5 Millionen Euro gefördert und von der Niedersächsischen Akademie der Wissenschaften zu Göttingen koordiniert.

Niedersachsen investiert in Sicherheitsforschung: von links: Georg Schütte, Falko Mohrs, Sascha Spoun-
Foto © MWK
Hervorragende internationale Forschung in Niedersachsen
Niedersachsens Wissenschaftsminister Falko Mohrs betont: „Gerade in Zeiten, in denen die Wissenschaftsfreiheit weltweit unter Druck steht, erweist sich ein internationales Austauschformat wie die Hannah Arendt Fellowships als besonders wertvoll. Es verbindet Forscherinnen und Forscher aus verschiedenen Weltregionen und stärkt die wissenschaftliche Gemeinschaft. Niedersachsen setzt damit ein klares Zeichen für offene und freie Forschung zu zentralen gesellschaftlichen Zukunftsfragen.“
Dezentrales Residenzmodell ist einzigartig in Deutschland.
Die Fellowships ermöglichen internationalen Forscherinnen und Forschern Gastaufenthalte von bis zu sechs Monaten an Universitäten und außeruniversitären Forschungseinrichtungen im Land. Das Programm hat eine in Deutschland einzigartige Struktur: Statt an einem zentralen Kolleg forschen die im Herbst 2025 durch eine unabhängige Fachkommission ausgewählten Fellows an ganz unterschiedlichen Standorten.
Im ersten Jahr gehören Einrichtungen in Hannover, Oldenburg, Osnabrück und Göttingen zu den Gastgebern. Tandem-Partnerschaften mit Forscherinnen und Forschern vor Ort, Workshops, Kolloquien und öffentliche Veranstaltungen schaffen ein landesweites Netzwerk für wissenschaftlichen Austausch.
Jahresthema 2026: Demokratie vom Alten Testament bis in die Zukunft
Das erste Jahresthema „Demokratie“ widmet sich einem Forschungsgebiet, das angesichts wachsender gesellschaftlicher Polarisierung, digitaler Desinformation und Politikverdrossenheit besonders dringlich erscheint: Demokratie ist seit der Antike ein zentrales gesellschaftliches Prinzip, doch ihre konkrete Ausgestaltung, Stabilität und kulturelle Vielfalt sind keineswegs selbstverständlich. Die Fellows untersuchen Demokratie und Demokratien daher als historisch gewachsene, kulturell vielgestaltige und wandelbare Ordnung – von frühen kollektiven Entscheidungsformen in der Antike oder im Alten Testament bis zu heutigen Herausforderungen digitaler Öffentlichkeiten.
„Die Hannah Arendt Fellowships bauen auf unserer 275-jährigen Tradition auf, exzellente Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus verschiedenen Disziplinen zusammenzubringen“, sagt der Präsident der Akademie, Prof. Dr. Daniel Göske. „Als koordinierende Einrichtung freuen wir uns, diese Erfahrung mit der Dynamik des neuen Programms zu verbinden: Jährlich wechselnde Projekte, Jahresthemen und Standorte bringen laufend neue Impulse in die Forschung.“
Die Ausschreibung für Fellowships des Jahrgangs 2027 wird im Frühjahr 2026 veröffentlicht.
zukunft.niedersachsen
Der überwiegende Teil der Fördermittel von zukunft.niedersachsen resultiert aus dem Gegenwert der jährlichen Dividende auf nominal 30,2 Millionen VW-Treuhandaktien des Landes Niedersachsen, die dem Gewinnabführungsanspruch an die VolkswagenStiftung unterliegen. Satzungsgemäß sind die Fördermittel an wissenschaftliche Einrichtungen im Land Niedersachsen zu vergeben. Dazu legt die Landesregierung dem Kuratorium der Stiftung zumeist im Sommer und im Herbst Verwendungsvorschläge vor. Im Berichtsjahr 2024 standen für zukunft.niedersachsen wegen Sondererträgen insgesamt 618,7 Mio. Euro zur Verfügung.
Ute Micha, PreDiNo / Sigrid Lappe, HaWo / Tielfoto Hannah Srendt © Matthias Falk, hannover_fotografie
