Wissen sichern, Versorgung stärken:
Innovative Projekte im Gesundheitswesen werden gefördert
Förderbescheide in Höhe von rund 466.000 Euro vergeben
Der Landesbeauftragte für regionale Landesentwicklung Leine-Weser, von Holtz, übergab am 29. Januar 2026 im Beisein der Landtagsabgeordneten Heike Koehler (CDU) an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) Förderbescheide: einen in Höhe von 217.000 Euro an Prof. Imke von Wasielewski, Geschäftsführerin der Iteachmed GmbH. Projektinitiatorin von „AWI“ und einen weiteren an Prof. Sandra Steffens, Projektinitiatorin von „ZUKUNFT“ an der MHH, über 249.000 Euro.
Angenommen eine junge Medizinstudentin begleitet vom Anbeginn ihres Studiums eine ältere Patientin – sie hört zu, lernt, wächst an ihren Aufgaben – und wird dabei von einer versierten Ärztin unterstützt. Gleichzeitig sorgt eine digitale Plattform dafür, dass das implizite Wissen dieser erfahrenen Kollegin für künftige Generationen zugänglich bleibt. Das Ergebnis: eine gestärkte medizinische Versorgung trotz Mangel an praktizierenden Ärztinnen und Ärzten sowie durch einen „Gedächtnisspeicher“, der Wissenslücken im Gesundheitswesen minimiert. Diese Vision wird mit den Projekten „ZUKUNFT“ und „AWI (Adaptives Wissensmanagement im Gesundheitswesen)“ durch Fördermittel Realität.

Mit ZUKUNFT und AWI können wichtige Projekte nach vorn gebracht werden. Freuen sich über Hilfe und Wertschätzung (von links): Imke Schmieta (Soziale Innovation), Heike Koehler (MdL CDU), Prof. Dr. Sandra Steffens, Prof. Dr. Imke von Wasielewski, Ottmar von Holtz, Prof. Dr. Alexandra Dopfer-Jablonka (Auftrag Mensch GmbH), Dr. Marie Mikuteit (MHH), Frau Schreiber (NBank), Simone Foedrowitz (NBank).
Foto © Karin Kaiser/MHH
„Mit der Übergabe der Förderbescheide zeigen wir, wie vielfältig die Förderlandschaft der Europäischen Union und des Landes Niedersachsen sind. So können wir zur Förderung der Innovationskraft unseres Gesundheitswesens beitragen. Mit ‚ZUKUNFT‘ und ‚AWI‘ fördern wir nicht nur die medizinische Versorgung und das Wissensmanagement, sondern setzen auch auf nachhaltige Lösungen, die den Herausforderungen des Gesundheitswesens aktiv begegnen und den Menschen in Niedersachsen direkt zugutekommen“, sagte Ottmar von Holtz.
Beide Vorhaben werden im Rahmen der Richtlinie „Soziale Innovation“ vom Land Niedersachsen unterstützt.
„Mit ZUKUNFT bringen wir Medizinstudentinnen und -studenten von Anfang an in echten, langfristigen Kontakt mit älteren und chronisch kranken Menschen. Von der kontinuierlichen Begleitung profitieren alle Beteiligten und das macht Medizin wieder spürbar sinnstiftend – und das befähigt Studierende die Versorgung wirklich ganzheitlich zu denken“, sagte Prof. Dr. Sandra Steffens.
„Mit AWI entwickeln wir ein KI-gestütztes ‚Praxisgedächtnis‘, das Prozess- und Erfahrungswissen in medizinischen Einrichtungen schnell auffindbar und gezielt lernbar macht – vom Onboarding neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bis zur Qualitätssicherung im Alltag. So verkürzen wir Einarbeitung, reduzieren Fehlerquellen und stärken Effizienz und Versorgungsqualität“, sagte Prof. Dr. Imke Wasielewski.
Die Iteachmed GmbH möchte mit „AWI“ eine KI-gestützte Plattform entwickeln, die medizinisches Erfahrungswissen systematisch erfasst und bedarfsgerecht sowie mehrsprachig vermittelt. Denn wertvolles Wissen geht im Gesundheitswesen oft durch Personalwechsel verloren. Moderne Technologien wie große Sprachmodelle und adaptive Lernpfade sollen den Wissenstransfer sichern und die Wettbewerbsfähigkeit niedersächsischer Unternehmen im digitalen Zeitalter stärken.
Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit der Auftrag Mensch GmbH durchgeführt. .
Hintergrundinformationen:
Mit der Richtlinie „Soziale Innovation“ sollen gezielt innovative Lösungsansätze entwickelt und erprobt werden, die zur Bewältigung von spezifischen gesellschaftlichen Herausforderungen beitragen können.
Dabei stehen zwei große Themenfelder im Fokus:
"Arbeitswelt im Wandel" – Anpassung von Unternehmen und Arbeitskräften an die gesellschaftlichen Veränderungen
"Soziale Daseinsvorsorge" – Verbesserung und Sicherung des Zugangs zu hochwertigen Gesundheits- und Sozialleistungen. Und das Projekt muss grundsätzlich auf andere Regionen übertragbar sein. Das heißt, dass neue Praktiken in kleinem Maßstab getestet werden und so Erkenntnisse zur Durchführbarkeit gewonnen werden können.
Ute Micha, PreDiNo / Sigrid Lappe, HaWo
