Klönen unter Kastanien
Eine „Begegnungsbank“ auf dem Stadtfriedhof Seelhorst lädt zum Reden ein
Hannover (mhd). Reden über Gott und die Welt oder auch nur über das Wetter – dazu lädt ab 22. Juni 2026 die „Begegnungsbank“ auf dem Stadtfriedhof Seelhorst ein. Dort werden Ehrenamtliche ein offenes Ohr für jedermann und jedes Thema haben. Betreut wird dieses Projekt vom Malteser Hilfsdienst in Hannover, der „Stiftung Trauerbegleitung und Bestattungskultur in Hannover und Niedersachsen“ und der Landeshauptstadt Hannover.
Sie hat schon viel gesehen, vielen Menschen Platz geboten und bekommt nun als „Begegnungsbank“ eine neue Bedeutung. Man findet sie auf dem Weg vom Haupteingang des Friedhofs in Richtung Kapelle auf der linken Seite in der Kastanien-Allee, ruhig gelegen unter schattigen Zweigen. Hier sollen nach dem Willen der Projektpartner demnächst Friedhofsbesucherinnen und -besucher zu bestimmten Zeiten einen Ansprechpartner oder eine Ansprechpartnerin finden. Das Gesprächsangebot sei bewusst niedrigschwellig gehalten und richte sich an alle, nicht nur an Trauernde, betont Anne Weyhing, Geschäftsführerin der „Stiftung Trauerbegleitung und Bestattungskultur in Hannover und Niedersachsen“. Die Erfahrung zeige nämlich, dass auf Friedhöfen nicht nur Angehörige von Verstorbenen unterwegs seien, sondern auch einsame Menschen oder solche, die Ruhe und Erholung in einem geschützten Raum suchen.
Innerhalb der Stiftung wurde die Idee zur „Begegnungsbank“ geboren und fand in Andrea Eckhoff-Rosenbaum, Diözesanreferentin Soziales Ehrenamt der Malteser in der Diözese Hildesheim, schnell eine Mitstreiterin. Die Malteser leiten in Hannover den größten Ambulanten Hospiz- und Palliativberatungsdienst und sind daher ebenfalls Experten in Sachen Trauerbegleitung. Ehrenamtliche Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner für die „Begegnungsbank“ werden zunächst aus den Reihen der Malteser und der Stiftung kommen.
Bänke als Gespächsort: Das hat in Hannover Tradition / Foto Matthias Falk
Neue Interessierte sind aber ausdrücklich willkommen. Sie müssen keine Ausbildung in Trauerbegleitung absolvieren, werden aber von den Maltesern in Gesprächsführung geschult. Den Gesprächsthemen sind danach keine Grenzen gesetzt – mit einer Ausnahme: „Unsere Ehrenamtlichen sind keine Therapeuten“, betonen Weyhing und Eckhoff-Rosenbaum. Bei Bedarf müsse man an Experten verweisen. Dafür werden an der „Begegnungsbank“ zu den Gesprächszeiten entsprechende Flyer bereitgehalten.
Ideell unterstützt wird das neue Projekt vom Bereich Städtische Friedhöfe der Landeshauptstadt Hannover, der auf der Website der Stadt und im Schaukasten am Haupteingang des Stadtfriedhofs Seelhorst auf die „Begegnungsbank“ hinweisen wird und Steckschilder zur Verfügung stellt, die während der Gesprächszeiten zur Bank führen sollen.
Die Idee zur „Begegnungsbank“ entstand im zeitlichen Zusammenhang mit der „Aktionswoche gegen Einsamkeit“, in der das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) vom 22. bis 28. Juni 2026 dazu aufruft, Menschen zusammenzubringen, Begegnungen zu schaffen und über das Thema Einsamkeit zu sprechen. Unter dem Motto „Gemeinsam was bewegen“ sollen die Öffentlichkeit, Betroffene und Angehörige sensibilisiert und über Hilfsangebote informiert werden.
Gesprächszeiten vom 22. bis 28. Juni 2026 auf der „Begegnungsbank“ auf dem Stadtfriedhof Seelhorst, Kastanien-Allee, Garkenburgstraße 43, 30519 Hannover:
Mo, 22.6.: 14.30-17 Uhr; Di, 23.6.: 15-17 Uhr; Mi, 24.6: 14-16 Uhr, Do, 25.6.: nicht besetzt; Fr, 26.6.: 10-13 Uhr; Sa, 27.6.: 10-12 Uhr; So, 28.6.: 14.30-17 Uhr;
Bei schlechtem Wetter oder Krankheit kann eine Bank kurzfristig unbesetzt bleiben.
Ute Micha, PreDiNo / Sigrid Lappe / HaWo
