Dirigent Francesco Angelico ist neuer Generalmusikdirektor der Oper Hannover
Intendant Bodo Busse stellt Francesco Angelico vor, der für vier Spielzeiten die Oper auf Kurs halten soll!
Der neue Generalmusikdirektor, der italienische Dirigent Francesco Angelico, wird ab der kommenden Spielzeit (2026/2027) das Publikum in Hannover verzaubern.
Intendant Bodo Busse präsentierte den leidenschaftlichen Dirigenten, der für vier Spielzeiten die Staatsoper Hannover weiter auf Kurs halten und puschen soll, und was für die kommende Spielzeit - natürlich von beiden - geplant ist.

Intendant Bodo Busse stellt den neuen Dirigent Francesco Angelico vor.

Francesco Angelico, Intendant Bodo Busse und Doris Beckmann, die Kaufmännische Geschäftsführerin der Staatsoper freuen sich auf die Zusammenarbeit (von links).
Und da geht es gleich in die Vollen: Die erste große Premiere wird Tschaikowskis prachtvolle Oper "Pique Dame" sein. Und 2027, zum 200. Todestag von Beethoven, haben bereits Planungen des Generalmusikdirektors und des Intendanten für einen neuen "Fidelio" begonnen.
Die Spielzeitplanung für 2026/2027 ist zwischen den beiden abgestimmt. Das ist bereits vor der Vertragsunterzeichnung passiert, und Busse erzählte: "Er kam frisch vom Flughafen und flugs ins Büro und das war ein intensiver Tag für uns.
Francesco Angelico und Bodo Busse verstehen und mögen sich. Busse ist begeistert und voll des Lobes: "Francesco Angelico bringt ein großes Wissen, eine große stilistische Vielfalt, eine unglaubliche Musikalität und eine große Menschlichkeit mit." Damit fiel die Entscheidung für den Dirigenten Angelico in seltener Eintracht, denn auch das Staatsorchester sprach sich umgehend für den Dirigenten aus,
der bisher Generalmusikdirektor in Kassel war (bereits seit 2017). Und im vergangenen Dezember dirigierte er das Staatsorchester Hannover mit einer Brahms Sinfonie, was auch im Ensemble großen Beifall fand. Und jetzt Hannover. Ehrfurcht, ja Ehrfurcht spüre man auch: „Diese Oper mit ihrem besonderen Orchester ist einfach ein historisches Monument in Deutschland, das muss man pflegen und weiterentwickeln", sagte der neue Dirigent.
In zwei geheimen Treffen in Kassel hat sich Bodo Busse mit Francesco Angelico über eine gemeinsame Zukunft in Hannover verständigt, als Angelico dort noch Generalmusikdirektor war.
Nach seinem Cello-Studium in Modena lernte Angelico unter anderem in Lugano dirigieren. Doch Hannover ist ihm nicht ganz unbekannt: An der Musikhochschule hat er kurz studiert.
Als neuer Generalmusikdirektor wird er nur teilweise in Hannover wohnen: Frau und Kinder leben in Graz. Und er hat ja auch noch viel in Wien zu tun, dort hat er seit 2025 eine Professur für Operndirigieren an der Universität für Musik und darstellende Kunst übernommen. Auch die Liste seiner Erfahrungen ist lang. Zum Beispiel war er unter anderem Gast an der Bayerischen Staatsoper in München, der Oper Stuttgart, der Oper Graz sowie am Théátre du Capitole in Toulouse und an vielen weiteren interessanten Stationen.
Francesco Angelico erhielt Auszeichnungen wie zum Beispiel den Deutsche Dirigentenpreis sowie den Österreichischen Musiktheaterpreis "Goldener Schikaneder". 2024 debütierte er mit dem Yomiuri Nippon Symphony Orchestra auf einer Tournee durch die wichtigsten Konzertsäle Japans.
In dieser Saison stehen für Angelico noch der "Freischütz" an der Göteborger Oper und "Rigoletto" an der Oper Dresden auf dem Zettel.
Doch die internationalen Verpflichtungen, die Angelico vor Unterzeichnung an der Staatsoper Hannover einging, stehen nun einmal fest. Und das könnte alles ein wenig schwierig werden, da der Generalmusikdirektor zu wenig vor Ort ist - das sieht der Intendant auch so. In der ersten Saison könne es noch gehen. Busse sagte: "Wir schneidern da im Moment eine Art Maßanzug."
Was darf Hannover alles erwarten? Schwerpunkte hat der neue Generalmusikdirektor bisher noch nicht festgelegt. Es lägen ihm das deutsche, aber auch das russische und italienische Repertoire sehr am Herzen. „Mein Ziel ist es, dass das Orchester und die Oper hier eine der besten Opern in Deutschland werden.
Ute Micha, PreDiNo / Sigrid Lappe, HaWo / Fotos Clemens Heidrich

