"Bürsti" kommt -  der erste autonome Reinigungsroboter

protec testet ersten Reinigungsroboter in U-Bahnstationen

 

  protec testet "Bürsti", den ersten autonomen Reinigungsroboter. Das ÜSTRA Tochterunternehmen protec ist für die Reinigung der U-Bahnstationen in Hannover zuständig. 35 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verteilt auf drei Schichten an sieben Tagen in der Woche sorgen für saubere U-Bahnstationen und -Bahnsteige. Dazu gehören auch geleerte Papierkörbe, sowie müllfreie Treppenaufgänge und blitzblanke Sitzgelegenheiten. 

Passanten gehen unbeeindruckt ihrer Wege, während Bürsti seine Arbeit macht!


Doch jetzt kommt den 35 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern „Bürsti" zu Hilfe. Er ist für die unterirdischen Stationen zuständig und wird hier alles blitzblank putzen. Er ist der erste autonome Reinigungsroboter, technisch ausgedrückt ist er "Tennant X4 ROVR". Doch von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wird es bereits liebevoll "Bürsti" genannt.

  "Mit "Bürsti" startet protec in eine neue Ära". Mit einem Frischwassertank reinigt der Roboter fast 2 000 Quadratmeter Fläche am Stück“, erklärt protec Geschäftsführer Mathias Lindscheid. „Bürsti ist bis zu zweieinhalb Stunden ohne Aufladen im Einsatz und navigiert sich selbständig durch die vorgegebenen Flächen."

  Doch bevor "Bürsti" zum Einsatz kommt, scannt er seine Umgebung und erstellt eine virtuelle Karte. Diese hinterlegte "Roadmap" fährt er dann anschließend für die Bodenreinigung eigenständig ab. Ohne Gezicke erledigt er drei Arbeitsschritte in einem: Wasser aufbringen, scheuern und anschließend Schmutzwasser aufsaugen. Er hinterlässt dann eine gereinigte und trockene Fläche. Der Clou: Der Roboter weicht Menschen, Tieren oder anderen Hindernissen ohne Probleme aus und kehrt später eigenständig an die noch nicht gereinigten Stellen zurück. Er ist so programmiert, dass er nicht über Füße oder Kabel fährt und vorgegebene Abstände zu Treppen, Rolltreppen und Aufzügen einhält. Mit seinen Sensoren und Kameras orientiert sich der rund 180 Kilogramm schwere und 112 Zentimeter hohe Automat exakt im Raum.

  "Wir wissen die Arbeit der Kolleginnen und Kollegen von protec sehr zu schätzen", betont die Vorstandsvorsitzende der ÜSTRA, Elke van Zadel. "Sie sorgen dafür, dass sich unsere Fahrgäste wohl- und sicher fühlen. Was die Teams täglich leisten, ist immens. Wenn es jetzt durch den Einsatz neuer Technik Entlastung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gibt, ist das sehr zu begrüßen“. Und "Bürsti" scheint mir ein sehr passender Name", unterstreicht van Zadel dann auch mit einem Augenzwinkern.

  Auch werden der Reinigungsroboter und mögliche weitere Geräte dieser Art nicht dazu führen, Personal abzubauen. "Wir können unsere Kolleginnen und Kollegen im besten Fall von langwierigen und vielleicht auch beschwerlichen Arbeitsvorgängen befreien. Dann bleibt mehr Zeit für manuelle Detailreinigung", sagte Mathias Lindscheid.

  Und weitere Vorteile sind die Reinigung außerhalb von Arbeitszeiten des Personals sein, schonender Umgang mit Wasser, Reinigungsmittel und Energie, schnellere und systematischere Reinigung von Großflächen und gleichbleibende Qualität des Reinigungsergebnisses.

  Doch jetzt wird "Bürsti" erst einmal ausgiebig getestet. Geprüft werden soll unter anderem, wie gut die Reinigung zu verschiedenen Tageszeiten funktioniert, wie der Roboter vor allem auf viele durcheinanderlaufende Menschen reagiert, wie sicher die Navigation ist und wie hoch die tatsächliche Zeit- und Ressourceneinsparung ist. Wichtig auch: Wie wird das Projekt von Fahrgästen angenommen? 

  Die Testphase wird rund 12 Monate dauern. Einsatzgebiet: Zunächst in den Stationen Kröpcke und Aegi. Je nach Ergebnissen werden sowohl vor Ort als auch Zeit ausgewertet.

  Zeitgleich beginnt ein Test mit einem weiteren Reinigungsroboter für den Indoor-Bereich im Verwaltungsgebäude der ÜSTRA...

 

Ute Micha, PreDiNo / Sigrid Lappe, HaWo / Fotos © Matthias Falk, hannover_fotografie