Einhaltung von Kinderrechte in Niedersachsen nur mittelmäßig

Beim Recht auf Bildung, Freizeit, Spiele und Kultur läuft es hingegen gut

 

Bei der Einhaltung der Kinderrechte steht Niedersachsen im Vergleich der Bundesländer auf einen Platz im Mittelfeld. Das ist ein Ergebnis eines Kinderrechte-Index, den das Deutsche-Kinderhilfswerk vorgestellt hat. Da schnitten überdurchschnittlich gut Berlin, Brandenburg, Hamburg, Schleswig-Holstein und Thüringen ab. Als unterdurchschnittlich wurden Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, das Saarland und Sachsen-Anhalt eingestuft.

Der Untersuchung zufolge läuft es gut in Niedersachsen beim Recht auf Bildung sowie beim Recht auf Freizeit, Spiel und Kultur. Besonders hervorzuheben seien etwa der hohe Anteil des pädagogischen Kita-Personals und ein vergleichsweise guter Personal-Kind-Schlüssel in diesem Bereich, sagte Anne Lütkes, Vizepräsidentin des Kinderhilfswerks.

Aber auch eine hohe Dichte an Jugendzentren und-treffs und die gesetzlich verankerte Berücksichtigung von Kindern und Jugendlichen bei der Umsetzung von Bauvorhaben spreche für Niedersachsen. Bei der Bewerbung der Schulhöfe und Pausenbereiche schneidet das Land ebenfalls gut ab: Rund zwei von drei Kindern (65 Prozent) bewerteten sie als sehr gut oder eher gut, hieß es.

Doch in anderen Bereichen liefe es nicht so gut, da sollte sich Niedersachsen ein Beispiel an anderen Bundesländern nehmen, teilte das Kinderhilfswerk weiter mit. Konkret heißt das: Das Land könne etwa das Recht auf Beteiligung im Schulgesetz verankern und eine umfassende Kinderschutzstrategie vorlegen.

Zudem sei die Zahl der im Straßenverkehr verunglückten Kinder relativ hoch und die Anzahl der Betten in der Kinder- und Jugendmedizin recht niedrig!

 

Ute Micha, PreDiNo / Sigrid Lappe, HaWo / Foto © Matthias Falk, hannover_fotografie