Positives Fazit für ALBUS nach erster Projektphase
Autonomer Linienbus überzeugt -
Entscheidung für die Zukunft steht aus
Seit März 2023 läuft das mit 6,3 Millionen Euro (davon 58 Prozent Bundesförderung) dotierte Projekt ALBUS. Nach umfangreicher Vorbereitung und der Lösung rechtlicher Fragestellungen startete im September 2025 der Pilotbetrieb auf der Linie 906 in Burgdorf. Ende Juni endet nun die erste Phase des Projekts.
Nach rund 1.200 Testfahrten, die auch die BBS Burgdorf als Kompetenzzentrum für Mobilität angebunden hatte, zog die Region eine erste Bilanz.
Inzwischen wurden auch anfängliche Hürden gemeistert, so der Verkehrsdezernent der Region Ulf-Birger Franz. Der Bus und die Technik hätten dazugelernt und: „Immerhin sind wir deutschlandweit die Ersten, die einen Bus dieser Größe im automatisierten Betrieb an den Start gebracht haben.“
Noch in diesem Monat wird die Regionsversammlung über die Fortführung des Projekts bis 2027 die Beschaffung von zwei weiteren autonomen Bussen sowie die Weiterführung des Testbetriebs nach dem Ende des Projekts ALBUS entscheiden.

Neugier und Wissendurst zahlt sich aus: Der Bus kann kostenfrei genutzt werden. Und er hat nicht nur die Fahrgäste überzeugt, sondern auch internationale Fachbesucherinnen und -besucher.
Das Projekt wurde vom Institut für Verkehr und Stadtbauwesen begleitet, und die Zwischenergebnisse fallen sehr positiv aus:
ÜSTRA-Vorstandsvorsitzende Elke van Zadel resümiert: „Die erste Phase hat gezeigt, dass autonome Busse technisch machbar und von den Fahrgästen akzeptiert werden. Das ist der wichtigste Punkt, denn für uns als Verkehrsbetrieb geht es darum, die Fahrgäste mit Zuverlässigkeit und Sicherheit weiter zu überzeugen.“
Über eine zweite Projektphase wird die Regionsversammlung in Kürze entscheiden.
Geplant ist:
1. Zwei weitere autonome Busse sollen beschafft werden – diesmal im Rahmen einer EU-weiten Ausschreibung.
2. Der Pilotbetrieb wird ausgeweitet und optimiert, um noch mehr Erfahrungen zu sammeln.
3. Das Ziel ist, bis Ende 2029 einen „Driver-Out-Betrieb“ (also ohne Sicherheitsfahrpersonal) zu erreichen – ein entscheidender Schritt hin zum Regelbetrieb.
4. Die wissenschaftliche Begleitung wird fortgesetzt, um CO₂-Einsparungen, Fahrgastakzeptanz und technische Weiterentwicklungen zu analysieren.
Die Kosten für die zweite Projektphase belaufen sich auf rund 2,7 Millionen Euro, wovon 53 Prozent vom Bundesverkehrsministerium gefördert werden sollen. Die Region Hannover trägt den Rest. „Das ist eine lohnende Investition in die Zukunft“, betont Verkehrsdezernent Ulf-Birger Franz. „Denn die Erkenntnisse, die wir hier gewinnen, kommen nicht nur unserer Region zugute, sondern dem gesamten ÖPNV in Deutschland.“
Ein besonderer Vorteil: Nach Ende der Projektlaufzeit werden die Busse kostenlos an die ÜSTRA übergeben, die den Pilotbetrieb bis 2029 fortsetzen wird.
Dass der Weg in Richtung Regelbetrieb realistisch ist, zeigt das Vorbild Stavanger (Norwegen): Dort fährt ein baugleiches Fahrzeug bereits nur mit technischer Aufsicht im regulären ÖPNV. Christian Kollenberg, Gesamtprojektleiter von ALBUS: „Mit der geplanten Anschaffung von zwei Bussen, der Verlängerung der Projektlaufzeit bis Ende 2027 sowie der Fortführung des Testbetriebs über das Projekt ALBUS hinaus, wollen wir diesen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zum autonomen Fahren im ÖPNV erreichen.“
Ute Micha, PreDiNo / Sigrid Lappe, HaWo / Fotos © Iris Terzka, / Region Hannover
