Niedersachsen treibt Schutz des Flughafens Hannover voran

Tonne und Behrens: Bund muss Flughafen in sein Drohnen-Abwehrprogramm aufnehmen.


Angesichts des aktuellen Vorfalls von Drohnenaktivitäten am Flughafen Hannover-Langenhagen fordern die Niedersächsische Ministerin für Inneres, Sport und Digitalisierung, Daniela Behrens, und der Niedersächsische Minister für Wirtschaft, Verkehr und Bauen, Grant Hendrik Tonne, eine deutliche Stärkung der Drohnendetektions- und -abwehrfähigkeiten am Flughafen Hannover-Langenhagen.

Sie erwarten vom Bund, den Flughafen als zentralen Verkehrs- und Sicherheitsstandort in das bundesweite Schutzprogramm zur Drohnenabwehr aufzunehmen.

 

Verkehrsminister Grant Hendrik Tonne erklärt, daß der Flughafen Hannover-Langenhagen das logistische und luftverkehrsmäßige Herz unseres Flächenlandes und weit über Niedersachsen hinaus sei, und ihm somit erheblich wirtschaftliche Bedeutung zukommt. „Gerade deshalb ist es nicht nachvollziehbar, dass der Standort im bisherigen Bundesprogramm zur Drohnendetektion und -abwehr nicht in der vorgesehenen Ausbaustufe berücksichtigt wird. Der aktuelle Vorfall ist ein weiterer Weckruf. Ich erwarte von der Bundesregierung, dass diese Lücke unverzüglich geschlossen wird.“

Tonne weiter: „Das Land Niedersachsen ist bereit, Verantwortung zu übernehmen und einen erheblichen finanziellen Beitrag zu leisten. Wir können und werden den Bund aber nicht aus seiner Verantwortung entlassen. Der Schutz kritischer Verkehrsinfrastruktur, der Passagiere und der Beschäftigten muss bundesweit auf einem einheitlich hohen Niveau gewährleistet werden.". Hannover-Langenhagen müsse deshalb in das Bundesprogramm aufgenommen und mit moderner Detektions- und Abwehrtechnik ausgestattet werden.

Zur Verbesserung der Drohnendetektions- und Drohnenabwehr-fähigkeiten am Flughafen Hannover-Langenhagen ist das Land grundsätzlich bereit, bis zu 50 Prozent der Investitionskosten, maximal 4,88 Millionen Euro, zu übernehmen.  Damit leistet Niedersachsen einen erheblichen Beitrag zur Stärkung der Detektions- und Abwehrfähigkeiten am Standort Hannover.

Für die verbleibenden Finanzierungsanteile seien der Bund und die weiteren Gesellschafter des Flughafens gefordert.


Innenministerin Daniela Behrens erklärt: „Der Vorfall am Flughafen Leipzig/Halle in der vergangenen Woche hat die neue Dimension der Bedrohung durch den feindlichen Einsatz unbemannter Luftfahrtsysteme für die öffentliche Sicherheit und insbesondere für Kritische Infrastrukturen in Deutschland verdeutlicht. Die Sicherheitsbehörden von Bund und Ländern weisen seit Jahren auf die wachsende Gefahr hybrider Angriffe hin. Vor diesem Hintergrund ist es gut und überfällig, dass der Bundesinnenminister plant, die deutschen Verkehrsflughäfen mit moderner Drohnenabwehrtechnik auszustatten. Nicht nachvollziehbar ist jedoch, dass der Flughafen Hannover-Langenhagen bei dieser Ausstattung bislang unberücksichtigt bleibt. Als bedeutender Verkehrsflughafen mit überregionaler und internationaler Relevanz sowie als einziger Nachtflughafen im norddeutschen Raum nimmt der Flughafen Hannover-Langenhagen eine besondere Stellung innerhalb der deutschen Flughafeninfrastruktur ein und sollte zwingend in die geplanten Maßnahmen einbezogen werden.“ Zudem waren am Flughafen bereits mehrfach Drohnen gesichtet worden, es bestehe also dringender Handlungsbedarf.


Die Landesregierung wird sich daher gegenüber dem Bund mit Nachdruck dafür einsetzen, dass die finanziellen und konzeptionellen Voraussetzungen für einen umfassenden Schutz des Flughafens Hannover-Langenhagen geschaffen werden. Ziel ist eine leistungsfähige und dauerhaft tragfähige Drohnendetektion und -abwehr, die den besonderen Anforderungen eines großen Verkehrsflughafens mit 24-Stunden-Betrieb gerecht wird.

Als bedeutender Verkehrsknotenpunkt und Teil kritischer Infrastruktur hat der Standort eine herausgehobene Bedeutung für Niedersachsen und den gesamten norddeutschen Raum.


Ute Micha, PreDiNo / Sigrid Lappe, HaWo / Fotos © Matthias Falk, hannover_fotografie